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Wald-Wildnis-Projekt in Brandenburg

Mit einer neuen Kooperationsvereinbarung werden der Landesbetrieb Forst Brandenburg und die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg das Zusammenspiel von Wald und Wildnis in der Lieberoser Heide gemeinsam untersuchen.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts, das vorerst auf 10 Jahre angelegt ist, soll eine natürliche Waldentwicklung weitgehend ohne menschlichen Einfluss mit einer Waldentwicklung unter naturnahen Bewirtschaftungsgrundsätzen verglichen werden. ; Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde zwischen dem Landesbetrieb Forst Brandenburg und der Stiftung Naturlandschaften zur Umsetzung einer Wald-Wildnis-Strategie in der Lieberoser Heide abgeschlossen (15.6.2017). Grundlage ist ein gemeinsam erarbeitetes Ring-Konzept. Dieses ist darauf gerichtet, das Nebeneinander der Landes- und Stiftungsflächen optimal zu gestalten. Trotz teilweise unterschiedlicher Ziele der Kooperationspartner werden so die vielfältigen Anforderungen an den bewirtschafteten Wald sowie den Wildnisschutz in der Region gewährleistet. ; Wildnisgebiet Lieberoser Heide ; In der Lieberoser Heide, einem ehemals militärisch genutzten Truppenübungsplatz, befinden sich 3.150 ha Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Diese werden gemäß dem Stiftungsziel einer natürlichen Wildnisentwicklung überlassen. So entstehen unzerschnittene, dauerhafte Wildnisgebiete, auf denen sich die Urwälder von morgen entwickeln. Auch großräumige Vernetzungen für wandernde Wildtiere werden somit geschaffen. ; Das Wildnisgebiet Lieberoser Heide ist insgesamt etwa 3.700 ha groß, darin enthalten sind auch 711 ha Landeswaldflächen. Weitere Landeswaldflächen, die durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg bewirtschaftet werden, bilden einen Ring um das Wildnisgebiet. Sie sollen so behandelt werden, dass eine weitgehend unbeeinflusste Entwicklung des Wildnisgebiets ermöglicht wird. ; Waldumbau und Erhöhung der biologischen Vielfalt ; Im Rahmen des Konzepts demonstriert der Landesbetrieb Forst Brandenburg die Möglichkeiten der naturnahen Bewirtschaftung von Wäldern auf armen und trockenen Standorten. Schwerpunkte bilden der Waldumbau und Maßnahmen der Erhöhung der biologischen Vielfalt, wie etwa die Biotopbaum- und Totholzanreicherung. So soll gezeigt werden, dass eine gezielte naturnahe Waldbewirtschaftung zu einer schnellen Erhöhung der biologischen Vielfalt in Kiefernreinbeständen führen kann. Die Nutzung des Holzes als Rohstoff und die Sicherung wichtiger Naturschutzziele schließen sich dabei gegenseitig nicht aus. ; Als Vergleichsflächen werden die Wildnisflächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg genutzt. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg wird damit zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in der Lieberoser Heide beitragen und gleichzeitig mit seinem Kooperationspartner Stiftung Naturlandschaften Brandenburg einen wichtigen Beitrag für die I.N.A. leisten. ; Die I.N.A. als Ausstellungsformat und Großereignis soll künftig Themen wie biologische Vielfalt, Wildnis, nachhaltige Landnutzung, Umweltbildung und Naturtourismus für die regionale Wertschöpfung nutzbar machen und beispielhafte Projekte im Rahmen von Konferenzen und internationalem Austausch vorstellen. ;

MLUL Brandenburg, Stiftung Naturlandschaften Brandenburg

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