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Wald-vor-Wild Preis 2016 verliehen

Wald-vor-Wild Preis 2016 verliehen

Der ÖJV sieht die Jagd als eine legitime Form der nachhaltigen Naturnutzung an. Die Ökologie soll dabei als wertfreie Wissenschaft Grundlagen für die Jagd liefern, von der Waldbau, Natur-, Arten- und Tierschutz betroffen sind. Aufgabe der Jagd ist es, in der Kulturlandschaft ökologische und unzumutbare ökonomische Schäden zu verhindern und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen zu ermöglichen. Aufgrund der aktuellen Umweltsituation, vor allem geprägt vom Klimawandel und der damit einhergehenden Waldschutzprobleme (z.B. regelmäßig massenweise Vermehrung des Borkenkäfers und anderer Insekten, zunehmender Pilzbefall, z.B. Eschentriebsterben), steigt die Bedeutung des dringend notwendigen Waldumbaus. Das Risiko muss bei unklaren Zukunftsaussichten auf möglichst viele Schultern – hier Baumarten – verteilt werden. Das Wachstum der Wälder aber wird maßgeblich durch das Schalenwild beeinflusst, da Hirsche, Rehe, Gämsen, Damwild und andere Schalenwildarten mit zunehmender Wilddichte durch Verbiss, Schälen und Fegen nur wenige Baumarten übrig lassen. Die Folgen zu hoher Schalenwildbestände sind entmischte Wälder mit Tendenzen zu Monokulturen, geringere Diversität und dadurch geringerer Stabilität; damit verbunden sind zudem höhere ökonomische Kosten durch künstliche Pflanzung,kostenintensive Zäunungen oder andere Schutzmaßnahmen. Aus diesem Grunde hat der Bayrische Gesetzgeber den Grundsatz „Wald vor Wild“ in das Wald- und Jagdgesetz aufgenommen. Demnach muss Schalenwild so bejagt werden, dass sich die Wälder ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen verjüngen können. Der Schwerpunkt ökologischer Jagd liegt deshalb im Aufbau naturgemäßer, gemischter Wälder. Nutzung und Schutz gehen hier Hand in Hand.Die Jagdgenossenschaft Lämmersdorf II hat dies auf ihren Waldflächen über 16 Jahre in Eigenbewirtschaftung, d.h. ohne Verpachtung, vorbildlich umgesetzt. Das Ergebnis sind beeindruckende Waldbilder, die Fachleute wie Laien in Staunen versetzen. Besonders die sehr verbissempfindliche Tanne kommt überall, wie im Bayerischen Waldgesetz vorgegeben, ohne Schutzmaßnahmen. Dies gelingt nur, wenn Jäger und Jagdgenossen konstruktiv zusammenarbeiten. Würden alle Wälder aussehen wie in der JG Lämmersdorf II müssten sich die Bürger unseres Landes weniger Sorgen um die Zukunft unseres wichtigen Ökosystems machen.Aus diesem Grunde verleiht der ÖJV Bayern der Jagdgenossenschaft Lämmersdorf II den Wald-vor-Wild Preis 2016. Er soll beispielgebend für viele Jäger, Förster und andere Naturinteressierte sein.Der Ökologische Jagdverein (ÖJV) wurde 1988 federführend durch den Forstprofessor Richard Plochmann gegründet. Sein Ziel ist es, das deutsche Jagdwesen zu reformieren und die Akzeptanz der Jagd in der Gesellschaft zu erhöhen.

ÖJV Bayern

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