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Zahlreiche Vertreter der Branche und Kommunen diskutierten im Saal der Harmonie in Bamberg die wirtschaftliche

Wald und Holz in Oberfranken – mehr als ein relevanter Wirtschaftszweig

Holz aus der Region stammt aus nachhaltiger, klimaeffizienter Waldwirtschaft und bietet hochwertige und schnell umsetzbare Lösungen – gerade auch beim hochaktuellen Thema Flüchtlingsunterkünfte. Das sind die zentralen Botschaften der Podiumsdiskussion zu Forstwirtschaft und Holzbau in Oberfranken am 29. Oktober 2015. Eingeladen hatten Heinrich Rudrof, Landtagsabgeordneter und Sprecher des Clusters Wald, Forst und Holz Oberfranken, das Cluster Forst und Holz in Bayern und das Branchenbündnis proHolz Bayern.
Zahlreiche Vertreter der Branche und Kommunen diskutierten im Saal der Harmonie in Bamberg die wirtschaftliche, soziale und ökologische Relevanz des Wirtschaftszweigs für die Region.
Im bayerischen Vergleich nimmt die Forst- und Holzwirtschaft in Oberfranken eine Spitzenposition ein. Dies verdeutlichte Heinrich Rudrof in seinem Grußwort: Mit über 17.000 Beschäftigten ist die Forst- und Holzwirtschaft ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor und einer der größten Arbeitgeber der Region. Sie ist zudem eine wichtige Stütze des ländlichen Raums; dies wurde auch durch die Beiträge der einzelnen Vertreter der Wertschöpfungskette auf dem Podium bei Themen wie Öffentlichkeitsarbeit, Naturschutz und Holzbau hervorgehoben.
Nachhaltige Forstwirtschaft und moderne Holzverwendung sind praktischer Klimaschutz im besten Sinne, stellte Prof. Dr. Dr. habil. Gerd Wegener, Clustersprecher Forst und Holz in Bayern und Moderator der Podiumsdiskussion, eingangs fest. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung kann einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wenn es gelingt, das Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit dafür zu schärfen, kann das Potenzial unserer Kulturwälder für den Klimaschutz ausgenutzt werden, was sich auch mit Fakten und Zahlen fundieren lässt. Nur: In Sachen Öffentlichkeitsarbeit müsse noch mehr getan werden, so Wegener.
Dies betrifft vor allem die falschen oder verzerrten Informationen über das Klimaschutzpotenzial von Kulturwäldern und unberührten Wald, die immer wieder über die Medien verbreitet werden, so Wegener mit Bilck auf den Impulsvortrag „Schützen und Nutzen auf gesamter Fläche – Nachhaltige Forstwirtschaft in Bayern“ von Prof. Dr. Reinhard Mosandl, TU München. Der Naturschutz, so Mosandl, unterschlage bei der Bilanzierung die dauerhafte Speicherung von Kohlenstoff in Nutzholz – dadurch sind bewirtschaftete Wälder deutlich klimaeffizienter als unbewirtschaftete. „Das ist ein Konfliktfeld bis heute, mit dem wir uns tagtäglich auseinandersetzen müssen“, betonte Wegener. Das doppelte Klimaschutzpotenzial von Holz als CO2-neutraler Brennstoff und als Baumaterial unterstrich auch Petra Platzgummer-Martin, Regierungsvizepräsidentin und Mitglied im Beirat des Clusters Wald Forst Holz Oberfranken.
Bauen mit Holz in der Region
Von besonderem Interesse war an dem Abend auch das Thema „Bauen mit Holz in der Region“. Einigkeit herrschte darüber, dass hier – gerade im mehrgeschossigen Wohnungsbau – noch mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse; wie es gehen kann, zeigten einige vom Cluster angestoßene Projekte, wie etwa der Bau eines mehrgeschossigen Schülerwohnheims in Rehau. Qualitativ hochwertige und vor allem schnelle Lösungen kann der Holzbau auch in Sachen Flüchtlingsunterkünfte bieten; die oberfränkischen Betriebe, so Rudrof, verfügen hier über das notwendige Know-How.
Auf der neuen Website des Bayerischen Zimmererverbandes www.schneller-wohnraum.de kann man sich über machbare Holzbaulösungen und die Kapazitäten der Betriebe informieren, so Manfred Amon von der Zimmererinnung Bamberg. Die vielen positiven Leistungen der Branche verdienen mehr Präsenz in der Öffentlichkeit, stellten vor allem die Vertreter von Wald und Forst – auch mit Blick auf das Dauerthema Steigerwald – mehrfach fest.
Der abschließende Appell des Vorsitzenden von proHolz Bayern, Johann Koch, an die eigene Branche: „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, ein positives Bild zu prägen. Veranstaltungen wie diese sind wichtig, weil wir mit einem gemeinsamen Auftreten von Waldbesitzern über Forstunternehmer bis hin zu Sägern, Zimmerern und Holzbau-Architekten die Öffentlichkeit besser erreichen können. Wir müssen raus aus unseren Wäldern und Werkstätten und auf die Menschen in den Dörfern und Städten zugehen, um sie von unserem Tun und von unseren Leistungen zu überzeugen. Wir haben dazu die besten Argumente und können unsere Wälder und Holzprodukte vorzeigen.“
proHolz Bayern
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