Ausbildung

Wald und Gesundheit

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Der Wald hat die unterschiedlichsten Funktionen. Neben Nutz- und Schutzfunktion ist er für viele Menschen mittlerweile ein Ort der Erholung und Entspannung geworden. In mehren Studien konnten positive Effekte von Waldaufenthalten sowohl auf psychosomatische Prozesse als auch auf die kognitive Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden.

Dies ist eine der zentralen Aussagen von Prof. Ahmed A. Karim, Associate Professor an der SRH Fernhochschule, im Rahmen eines Impulsvortrages bei der Preisverleihung des Deutschen Waldpädagogikpreises Ende September in den Niedersächsischen Landesforsten (NLF). Karim verwies dabei auch auf die gesellschaftlichen, bildungspolitischen und wissenschaftlichen Herausforderungen, die Akteure in diesem Themenfeld beachten müssen. Er betonte jedoch, dass die Forschung in diesem Bereich insgesamt noch in den Kinderschuhen stecke.

Waldbaden ist nicht gleich Waldtherapie

„Das Thema Wald und Gesundheit erfreut sich zwar zunehmendem Interesse, wobei Akteure in dieser Schnittstelle vieles falsch machen können. Zum einen muss zwischen präventiven und therapeutischen Maßnahmen im Wald klar unterschieden werden, ebenso zwischen Begriffen wie Waldbaden, Waldachtsamkeitstraining und Waldtherapie.“ so Prof. Karim. Denn beim Waldbaden (Shinrin Yoku), handelt es sich um einen achtsamen Aufenthalt im Wald der zu den präventiv Maßnahmen zählt. Wohingegen die Waldtherapie als therapeutische Maßnahme eingesetzt wird.

Standards in der Ausbildung

So groß und vielfältig wie der deutsche Wald ist mittlerweile auch das Angebot für Waldbaden und Waldtherapie. Besonders problematisch ist es Prof. Karims Meinung nach, wenn Personen ohne heilkundliche Erlaubnis sich (Wald-) Therapeuten nennen oder wenn Kursleiter pseudowissenschaftliche Behauptungen über die Wirkung des Waldes auf das Gehirn machen. Daher ist für Prof. Karim ein Konsens über Standards der Ausbildung von Waldachtsamkeitstrainern und Waldtherapeuten notwendig, ebenso wie eine kritische Reflexion des problematischen Begriffes des Waldbadens. Ebenso gilt es die Forschung weiter zu intensivieren, um mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu arbeiten. Dies ist besonders für den Erfolg der Anwendung relevant.

Wald und Gesundheit

Das Bewusstsein, welche positive Wirkung der Wald auf unsere Gesundheit haben kann, wird immer stärker und findet Überschneidungen in vielen Disziplinen. So lag dieses Jahr beispielsweise der inhaltliche Schwerpunkt beim Deutschen Waldpädagogikpreis auf dem Thema “Wald und Gesundheit”.

Quelle: SRH Fernhochschule