ForstBranche

Wald naturnah bewirtschaften gegen Klimakrise

Bearbeitet von Martin Steinfath

Dr. Bettina Hoffmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, und Dr. Manuela Rottmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium haben sich am 17. August den Forstbetrieb von Mathias Graf von Schwerin angesehen. Ziel des Forstbetriebes ist es, Wald naturnah zu bewirtschaften und damit Holz zu erzeugen.

Wald schützen und Wald nutzen, das kann erfolgreich Hand in Hand gehen. Wie genau das funktioniert, haben sich Dr. Bettina Hoffmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, und Dr. Manuela Rottmann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, am 17. August im Forstbetrieb von Mathias Graf von Schwerin im brandenburgischen Werneuchen angesehen. Ziel des Forstbetriebes ist es, Holz mit naturnaher Waldwirtschaft zu erzeugen. Wälder mit hohen Anteilen standortheimischer Baumarten sollen erhalten und entwickelt werden.

Wald naturnah bewirtschaften, Klima schützen und Artenvielfalt erhöhen

Auf der Exkursion besichtigten die Staatssekretärinnen die verschiedenen Maßnahmen, die Graf von Schwerin für einen naturnahen Wald durchführt. Altbestände werden einzelstammweise genutzt. Totholz wird gefördert. Ausgewählte alte Bäume genießen Schutz. Pflanzenschutzmittel werden nicht eingesetzt. Besonderen Wert legt Graf von Schwerin auf den Grundsatz „Wald vor Wild“, denn nur angepasste Wildbestände ermöglichen die natürliche Verjüngung. Gegenüber Pflanzungen hat die Naturverjüngung gerade in Zeiten, in denen Dürren zunehmen, entscheidende Vorteile. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Kohlenstoffspeicherung gelegt. So hebt der Betrieb durch Dauerwaldwirtschaft das Potential des Waldes als Klimaretter.

Hoffmann äußerte sich nach dem Besuch wie folgt: „Ich bin beeindruckt, wie umsichtig und sehr gut durchdacht der Forstbetrieb mit seinem naturnahen Waldbaukonzept die aktuellen Herausforderungen angeht. Wie er den Wald als Ökosystem akzeptiert, schützt und nutzt. Das Ergebnis kann man direkt sehen. Der Wald ist grüner und feuchter, weil die unterschiedlich großen Bäume den Boden beschatten und Verdunstung vermeiden. So ist er gegen die Folgen der Klimakrise besser gewappnet.“

Rottmann sagte: „Bei all den Schäden, die wir in unseren Wäldern in Deutschland über die letzten Jahre leider beobachten müssen, stimmt mich der Besuch heute hoffnungsvoll. Wir sehen in Werneuchen, wie mit naturnaher Bewirtschaftung der Waldumbau erfolgreich gelingt. Wir unterstützen die Waldbesitzenden mit gezielter Förderung im großen Umfang beim ökologischem Waldumbau, sowie bei der Wiederbewaldung der Schadflächen mit klimaresilienten Mischwäldern. Unsere Wälder werden damit zu Hotspots für Klimaschutz und Biodiversität!“

Porträt über Mathias Graf von Schwerin im Magazin Deutscher Waldbesitzer

„Nur ein klimastabiler naturnaher Mischwald ist wirtschaftlich und ökologisch zukunftsfähig“, so Mathias Graf von Schwerin in der Ausgabe 3/2022 des Magazins Deutscher Waldbesitzer. Wer mit Graf von Schwerin durch den Wald bei Werneuchen geht, merkt ihm sofort seine Waldbegeisterung an. Er bleibt immer wieder stehen, erklärt Baumarten, zeigt auf Naturverjüngung, berichtet von der Entwicklung eines Waldstücks. Stets an seiner Seite, seine Dachsbracke, die auch schnell mal ausbüxt, wenn sie die Fährte eines Wildtiers kreuzt. Hier der Link zum Artikel

BMEL/red