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Wald mit ökologischem und nachwachsendem Rohstoff Holz muss in den Mittelpunkt rücken

In diesen Tagen traf AGDW-Präsident Philipp Freiherr zu Guttenberg den EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung und Vizepräsidenten der EU-Kommission, Jyrki Katainen, zu einem Gespräch in Brüssel, in dem es um die Themen Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse und um die Kaskadennutzung ging.

Zu Guttenberg hatte dieses Gespräch gemeinsam mit Juha Martilla, dem Vorsitzenden des finnischen Waldbesitzerverbandes, geführt. „Die EU-Kommission darf sich nicht der Ideologie internationaler Umweltverbände beugen“, sagte der AGDW-Präsident. „Spezielle Nachhaltigkeitskriterien für Biomasse sind kontraproduktiv, da sie die Nutzung eines ökologischen Rohstoffes begrenzen. Wenn die EU-Kommission beim Klimaschutz vorankommen und die erneuerbaren Energien stärken will, dann darf sie sich auf solche Forderungen nicht einlassen.“
Zu Guttenberg, der außerdem Vizepräsident der europäischen Waldbesitzerverbandes CEPF ist, führte eine Reihe von Gesprächen auf europäischer Ebene. Vor wenigen Tagen war er außerdem auf Einladung von Elisabeth Köstinger, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, in Strasbourg, um unter anderem mit Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, die gleichen Themen zu diskutieren.
„Biomasse ist ein Folgeprodukt aus der nachhaltigen Forstwirtschaft und eine Grundlage für die erneuerbaren Energien“, sagte zu Guttenberg. Daher dürfe der Einsatz von Biomasse nicht begrenzt werden. Vielmehr müsse die Nutzung von Biomasse zur Energie- und Wärmeproduktion und der Einsatz von Holz im Bausektor in jeder Hinsicht Unterstützung erfahren. Dafür warb zu Guttenberg in seinen Gesprächen mit den beiden EU-Kommissaren. „Die Klimakonferenz in Paris hat uns den Handlungsbedarf ein weiteres Mal vor Augen geführt: Der Wald mit seinem ökologischen und nachwachsenden Rohstoff Holz muss in den Mittelpunkt rücken“, so der AGDW-Präsident. Der Wald müsse als Ganzes betrachtet werden – als Ökosystem, als Speicher von Treibhausgasen, als Holzproduzent und Erholungsraum – und dürfe nicht zu Tode geschützt werden.
EU-Kommissar Phil Hogan betonte daher, dass die Kommission in Wälder und Waldbewirtschaftung, aber auch in Forschung zum Ausbau der Bioökonomie investiere, um Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der EU zu stärken.
Zu Guttenberg äußerte sich in dem Gespräch mit dem Vize-Präsidenten der EU-Kommission, Jyrki Katainen, außerdem kritisch zur verpflichtenden Kaskadennutzung. Genau festzulegen, für welche Produkte das geerntete Holz eingesetzt werden darf und für welche nicht, schränke den Waldeigentümer in seinem unternehmerischen Handeln erheblich ein. „Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft, in der Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen“, sagte der AGDW-Präsident. „Der Waldeigentümer muss die freie Wahl haben, an wen er sein Holz verkauft.“ Genaue Definitionen für den Verkauf von Holz seien unternehmerfeindlich. Hinsichtlich der Kaskadennutzung gebe es daher noch erheblichen Diskussionsbedarf.
AGDW – Die Waldeigentümer

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