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Wald-Klima-Konferenz in Berlin beendet

Wald-Klima-Konferenz in Berlin beendet

Am 28. und 29. Oktober fand in Berlin die Wald-Klima-Konferenz statt. 140 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung diskutieren über Folgen der Klimaveränderung auf den Wald und über Konzepte zur Verbesserung der Wald-Klima-Wirkungen. Die Kohlenstoffspeicherung im Wald und in Holzprodukten sowie die Nutzung von Holz als umwelt- und klimafreundliche Energie- und Rohstoffquelle standen im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).
In zwei Arbeitsgruppen standen die Tagungsthemen „Klimaschutz durch Wald und Anpassung der Wälder an den Klimawandel“ sowie „Klimaschutz durch stoffliche und energetische Verwendung von Holz“ auf der Agenda.
Bundesforstministerin Ilse Aigner war selber nicht vor Ort, die hitzige Debatte über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke im Bundestag und Demonstranten vor dem Berliner Reichstag haben verhindert, dass sie die Wald-Klima-Konferenz in Berlin eröffnen konnte. Ihre Rede verlas vor den aus ganz Deutschland angereisten Experten Staatssekretär Dr. Robert Kloos. Die Rolle des Waldes für das Weltklima sei nicht hoch genug einzuschätzen, gleichwohl werde seine Bedeutung als natürliche Quelle für den Rohstoff Holz, als Erholungsraum für den Menschen und als Ökosystem wachsen. Die Forstwirtschaft müsse reagieren, sagte Kloos. Die Herausforderung für die Zukunft sei, unsere Wälder für den Klimawandel fit zu machen: „Bauen Sie stabile und artenreiche Wälder auf, verfolgen Sie Waldbau- und Jagdstrategien, die die natürliche Waldverjüngung fördern.“
 
Botschaften aus der Arbeitsgruppe „Klimaschutz durch Wald und Anpassung der Wälder an den Klimawandel“:
  • Anpassung durch Walderhaltung und -mehrung
  • Stabilisierung der vorhandenen Waldbestände
  • Risikominderung und -verteilung durch Waldumbau bei angemessenen Wildbeständen
  • Umsetzung durch ausreichendes und kompetentes Forstpersonal auf der Fläche
  • Anpassung der Forschung
Kernaussagen aus der Arbeitsgruppe „Klimaschutz durch stoffliche und energetische Verwendung von Holz“:
  • Mehr nachhaltige Holznutzung bedeutet mehr Klimaschutz
  • Stoffliche Nutzung vor energetischer Nutzung vor Nichtnutzung
  • Heimische Ressourcen stärker nutzen
  • Motivation und Kooperation im Rahmen der internationalen Klimapolitik ausbauen
Nur wenn alle angesprochenen Felder in der weiteren Klima- und Energiepolitik berücksichtigt werden, kann der Klimaschutz Erfolg haben. Die Waldstrategie 2020 der Bundesregierung und das internationale Jahr der Wälder 2011 bilden dazu den entsprechenden Rahmen.
UN-Klimakonferenz in Mexiko
Auch bei der UN-Klimakonferenz Anfang Dezember 2010 in Cancun (Mexiko) wird die Bedeutung der Wälder für das Klima ein Schwerpunkt sein, so das BMELV in einer Pressemeldung vom 28. Oktober. Allein 20 % der globalen Treibhausgasemissionen  würden durch die Vernichtung der Wälder in den Tropen entstehen. Nach dem Kyoto-Abkommen könnten Industriestaaten die Kohlendioxid-Bilanz der Waldwirtschaft auf ihre nationale Treibhausbilanz anrechnen. Diese bisher freiwillige Lösung, so in der Meldung weiter, kann sich Aigner in Zukunft auch als eine verpflichtende Anrechnung vorstellen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt seien. Damit werde international ein Anreiz für eine positive Kohlendioxid-Bilanz durch den Forst geschaffen, die dann beim Emissionshandel geltend gemacht werden könne.
Wald in Deutschland
31 % der Fläche Deutschlands sind mit Wald bedeckt – Tendenz steigend. Der deutsche Wald wächst beständig, und das schon seit 50 Jahren. In dieser Zeit ist die Waldfläche in Deutschland um 1 Mio ha auf rund 11 Mio ha gestiegen. Deutschland verzeichnet einen jährlichen Holzzuwachs von rund 100 Mio Kubikmeter – die Holzvorräte Deutschlands sind mit 3,4 Mrd. Kubikmeter mittlerweile die größten Europas. Im Forst- und Holzsektor arbeiten bundesweit rund 1,2 Mio Menschen, die einen Jahresumsatz von rund 167 Mrd. € erwirtschaften. Deutschlands Wälder leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum Schutz des Klimas: Sie speichern über 1,2 Mrd. t Kohlenstoff. 17 Mio t Kohlendioxid werden durch den Wald jährlich aus der Atmosphäre gebunden.
fp/BMVEL

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