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Wald in Europa: mehr Arten

Wald in Europa: mehr Arten, mehr Nutzen

Senckenberg-Wissenschaftler haben mit einem internationalen Team aus 29 Institutionen in einer großangelegten Studie die Auswirkung von Artenvielfalt auf Ökosystemleistungen von Wäldern in sechs europäischen Ländern untersucht.

Das internationale Team zeigt, dass artenreichere Waldstücke mehr und vielfältigere „Dienstleistungen“ erbringen als weniger artenreiche.
Die Forschenden warnen vor einem Verlust der Biodiversität in europäischen Wäldern und den damit einhergehenden Einbußen an Leistungen für Mensch und Natur.
Bäume sind Dienstleister
Wir nutzen ihr Holz zum Bauen und Heizen, sie filtern Staub aus der Luft, wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um, schützen den Boden vor Erosion, tragen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung bei, und nicht zuletzt spielen Wälder eine wichtige Rolle für Freizeit und Erholung. Die meisten der europäischen Wälder bestehen aus einer oder nur wenigen verschiedenen Baumarten. „Eine Baumart kann zwar einzelne Beiträge, wie zum Beispiel qualitativ gutes Holz, auf einem hohen Level bieten; eine Fülle von Angeboten – wie ein Lebensraum für Vögel, ein attraktiver Ort für Touristen und der Erhalt von Wasser – bekommen wir aber nur durch einen vielfältigen Wald“, erklärt Dr. Fons van der Plas vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt/Main.
Ein Team mit Wissenschaftlern aus 29 Institutionen rund um die Frankfurter Biodiversitätsforscher hat Wälder in sechs europäischen Ländern – von borealem bis zu mediterranem Klima – ausgewählt und den Zusammenhang zwischen lokaler und regionaler Artenvielfalt und Ökosystemleistungen untersucht. Sie zeigen, dass die Erhöhung der Artenvielfalt in Wäldern von großem Nutzen wäre: Ein Wald mit verschiedenen Baumarten kann auch mehr und vielfältigere Dienstleistungen erbringen. Zudem zeigen die Arbeiten, dass heterogene Waldgebiete, die aus Waldstücken verschiedener Artenzusammensetzung bestehen, vielfältigere „Dienstleistungen“ erbringen als homogene Waldgebiete. „In den letzten Jahren nimmt sowohl der lokale Biodiversitätsverlust als auch die Homogenisierung in Naturgebieten zu – beide Faktoren verringern direkt die von der Natur erbrachten Dienstleistungen und damit das Wohlergehen des Menschen“, erläutert van der Plas.
Die Forschenden warnen in ihrer Studie vor einer weiteren Vereinheitlichung des Waldes und empfehlen, Wälder artenreich zu gestalten. „Die Vielfalt im genutzten Wald könnte sehr einfach erhöht werden“, ergänzt van der Plas und fährt fort: „Natürliche Samenausbreitung und vielfältigen Jungwuchs zu unterstützen, zusätzliche Arten anzupflanzen und die Artenzusammensetzung großer Waldgebiete zu variieren ist an sich nicht schwierig, wird aber zu wenig gemacht.“
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

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