ABO
Wärme aus dem Wald wird beliebter

Wärme aus dem Wald wird beliebter

Die Deutschen haben in den vergangenen Jahren deutlich häufiger Wärme aus dem Wald genutzt. Wie der Landvolk-Pressedienst aus einer Studie von Prof. Udo Mantau von der Universität Hamburg zitiert, ist der Brennholzverbrauch von 2007 bis 2010 um 30 Prozent angestiegen. In Festmetern gemessen lag er im Jahr 2010 bei etwa 34 Mio. Festmetern. Mit Veröffentlichung der Studie ist die Diskussion um die sinnvolle Verwendung des Rohstoffes Holz lebhafter geworden. So kritisierte die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR), dass Holz als Rohstoff für die stoffliche Verwertung knapp werden könnte. Anders dagegen der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV), der den Verbrauchsanstieg auf einmalige Ereignisse wie beispielsweise den kalten Winter 2010 zurückführt.
Die Waldbesitzer als Produzenten des Rohstoffes sehen die Diskussion eher gelassen. Der Geschäftsführer des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen, Steffen Hartig, sagt: „Die gute Nachfrage nach Holz ist für die Waldbesitzer erfreulich. Die Preise sind nach jahrzehntelangem Tief wieder einigermaßen auskömmlich. Die Studien der Universität Hamburg zeigen eine zunehmende Versorgungslücke mit heimischem Holz auf. Es ist verständlich, dass die Holzindustrie dieses mit Sorge betrachtet. Die energetische Verwendung ist zunächst oft für die Waldbesitzer betriebswirtschaftlich sinnvoller; sollte mit Für und Wieder aber immer gut abgewogen sein.“
Mit anderen Worten: Sägewerke, Spannplattenhersteller und Papierfabriken müssten bessere Rohstoffpreise zahlen. Hartig erkennt den Trend zu einem steigenden Interesse der Verbraucher an Brennholz und führt ihn nicht nur auf ein einmaliges Ereignis zurück. Die Studie von Prof. Mantau sei langfristig angelegt, kurzfristige Spitzen herausgerechnet worden. Brennholz sei erst wegen der gestiegenen Gas- und Ölpreise zu einer Alternative für die privaten Haushalte geworden. Da die Energiepreise voraussichtlich weiter steigen werden, sei Mantaus Vermutung nachvollziehbar, dass die energetische Nutzung des Rohstoffes Holz gegenüber der stofflichen Verwendung zunehmen wird.
Der Wissenschaftler prognostiziert eine noch größere Holznutzung zur Wärmegewinnung: Für das Jahr 2020 geht er davon aus, dass 51 Prozent und zehn Jahre später 54 Prozent des Holzes einer energetischen Verwertung zugeführt werden. Laut Hartig ist die stoffliche Verwendung von weitgehend astfreien, hochwertigen Hölzern weiterhin lukrativer als die energetische – ein Marktversagen ist also nicht erkennbar. Ein positiver Aspekt wird aber schnell deutlich: Das steigende Verbraucherinteresse an Holz als Energieträger hat den Waldbesitzern mittlerweile einen zweiten Absatzmarkt für den Rohstoff geschaffen und trägt damit zur Finanzierung der Waldpflege bei.
Landvolk-Pressedienst

Auch interessant

von