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Eine internationale Studie mit Beteilgung der WSL Schweiz belegte, dass das Blätterdach der Wälder wie eine Isolationsschicht funktioniert.

Blätterdach wirkt wie eine Isolationsschicht

Eine internationale Studie mit Beteiligung der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in der Schweiz wies nach, dass sich das Blätterdach der Wälder wie eine Isolationsschicht auswirkt. Es schützt so die darunter lebenden Organismen vor den Auswirkungen der Klimaerwärmung.

Forschende aus Europa, u.a. von der WSL, Schweiz, und den USA haben laut einer Veröffentlichung der WSL vom 2. April erstmals den Temperaturunterschied innerhalb und ausserhalb von Wäldern mit Messungen belegt. Die Daten zeigen, dass die maximale Temperatur in Wäldern weltweit im Durchschnitt 4 Grad tiefer liegt als ausserhalb der Wälder.

Um 4 Grad tiefere Temperaturen

„Bäume bilden mit ihren Blättern und Ästen eine wärmedämmende Schicht über dem Wald“, erklärte Dr. Florian Zellweger, Gastwissenschafter für Landschaftsdynamik und Fernerkundung an der WSL in Birmensdorf, Kanton Zürich. „Deshalb sind die sommerlichen Höchsttemperaturen im Wald viel niedriger als im Freien – im Schnitt 4 Grad. Im Winter und in der Nacht kehrt sich dieses Muster um und die Waldtemperaturen sind im Durchschnitt um 1 Grad wärmer.“

Das Blätterdach mildert sommerliche Hitzewellen deutlich ab. „Pflanzen und Tiere im Wald sind dem aktuellen Erwärmungstrend daher weniger stark ausgesetzt als Arten, die nicht im Wald leben“, so Zellweger. „Da Wälder ein Viertel der Erdoberfläche bedecken und zwei Drittel der gesamten Biodiversität beherbergen, macht dies einen grossen Unterschied bei Vorhersagen darüber, wie sich der Klimawandel auf die Naturvielfalt auswirken wird.“

Die Messungen stammen von 98 Standorten auf fünf Kontinenten – in den Tropen, in der gemässigten Zone und in den nördlichen borealen Wäldern. In der Schweiz griffen die Wissenschaftler auf die Daten der von der WSL durchgeführten Langfristigen Waldökologieforschung (LWF) zurück. Diese sammelt schon seit den 1990-er Jahren auf insgesamt 19 Forschungsflächen in der ganzen Schweiz detaillierte Daten über die Umwelteinflüsse auf Wälder.

Wälder als Puffer

Erstmals zeigen die Forscher auch, dass mit steigenden Temperaturen auch die Pufferkapazität der globalen Wälder steigt: Die maximalen Lufttemperaturen im Wald werden wahrscheinlich geringer ausfallen als bisher angenommen. „Auch wenn die Temperaturen ausserhalb der Wälder weiter ansteigen, folgen die Temperaturen innerhalb der Wälder nicht unbedingt diesem Trend“, erklärte Zellweger. Die Temperaturen im Wald und im Freien klaffen dann weiter auseinander. Diese Pufferwirkung betone die Notwendigkeit, bestehende Wälder zu erhalten und die Wiederaufforstung zu verstärken, ergänzte der Wissenschaftler.

 

WSL Schweiz

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