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In den Wäldern von NRW warf "Friederike" zwei Mio. Bäume um oder knickte sie ab.

Wälder in NRW ein Jahr nach „Friederike“

Am 18. Januar 2018 verursachte der Orkan „Friederike“ insgesamt Schäden von einer Mrd. €. In den Wäldern von NRW warf „Friederike“ zwei Mio. Bäume um oder knickte sie ab. Die größten Schäden verursachte aber nicht der Orkan, sondern der darauf folgende Dürre- und Hitzesommer 2018.

In dem trockensten und laut DWD (Deutscher Wetterdienst) „wärmsten und sonnigsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung“ hatten die Borkenkäfer ideale Bedingungen. Es kam zum größten Borkenkäferbefall der Nachkriegszeit, dem mehr Bäume zum Opfer fielen als dem Orkan. Mit den Auswirkungen werden die Forstleute in NRW noch mehrere Jahre beschäftigen sein. Die Folgen der Trockenheit werden bei den Laubbäumen erst im kommenden Sommer sichtbar und die Borkenkäfer werden voraussichtlich nach der Massenvermehrung in wenigen Monaten im Frühjahr zu einem gewaltigen Problem, befürchten die Waldschutzexperten von Wald und Holz NRW.

Auswirkungen des Klimawandels

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW: „Das letzte Jahr hat uns einen Vorgeschmack davon gegeben, wie sich der globale Klimawandel auf unsere Wälder auswirkt. Unsere Wälder fit für eine klimatisch ungewisse Zukunft zu machen, ist unsere wichtigste Aufgabe, die uns in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen stellen wird. Dabei reicht es nicht, unsere Staatswälder zu robusteren vielschichtigen Mischwäldern umzubauen. Damit haben wir schon vor vielen Jahren begonnen. Wir müssen auch die in NRW sehr zahlreichen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dafür gewinnen, den Waldumbau zu klimastabilen Mischwäldern voranzutreiben.“

Neues Waldbaukonzept in NRW

Ein neues Waldbaukonzept unterstützt die privaten und kommunalen Waldbesitzer, denen 84 % der NRW-Wälder gehören, beim Umbau der Wälder. Zur Erfüllung der vielfältigen Waldfunktionen und auf der Grundlage der Eigentümerziele werden vor allem standortgerechte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten empfohlen. Auch die Verwendung von geeignetem Vermehrungsgut spielt eine große Rolle. Einige eingeführte Baumarten aus anderen Regionen Deutschlands oder der Erde werden überwiegend als Beimischungen empfohlen. Hierbei dürfte vor allem die Douglasie zukünftig eine größere Rolle spielen, aber zum Beispiel auch die in Süddeutschland verbreitet vorkommende Weißtanne ist eine vielversprechende Baumart.

Hintergrund

Borkenkäfer und Orkan „Friederike“ haben bei der Fichte für rund 4 Mio. Fm Sturm und Käferholz gesorgt. Im Staatswald hat Wald und Holz NRW den Einschlag von frischem Fichtenholz eingestellt und konzentriert sich nun voll auf die Aufarbeitung der vom Borkenkäfer befallenen Wälder. Um den angespannten Markt zu entlasten, laufen derzeit Testlieferungen nach China. Dort herrscht eine rege Nachfrage nach Bauholz. Das NRW-Umweltministerium hat eine Taskforce zum Borkenkäfer eingerichtet und bei Wald und Holz NRW kümmert sich die Arbeitsgruppe Großkalamität um die Frage, wie die für das kommende Frühjahr erwartete Massenvermehrung der Borkenkäfer in den Griff zu bekommen ist. Am stärksten vom Orkan betroffen waren in NRW die Regionen Hochstift, Soest-Sauerland und Ostwestfalen-Lippe.

Wald und Holz NRW

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