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Laubholzgespräch Baden-Württemberg

Vertreter des Verbands der Säge- und Holzindustrie Baden-Württemberg (VSH) und Vertreter der verschiedenen Waldbesitzarten des Großprivat- und Kommunalwaldes, der Forstkammer und vom Landesbetrieb ForstBW tauschten sich am 28.9.2017 in Gerlingen über aktuelle Belange des Laubholzmarktes aus.

Aufgrund des Kartellverfahrens gegen das Land Baden-Württemberg sind Organisationsänderungen im Forstbereich unausweichlich. Die Projektphase I ist mit Erstellung der Eckpunkte abgeschlossen. Die Projektphase II mit konkreter Ausgestaltung und Umsetzung wird derzeit gestartet. Über konkrete Ergebnisse konnte somit noch nicht gesprochen werden. Die Säger betonten, dass die Bündelungsfunktion, die bisher auf Landkreisebene stattgefunden hat, für die Laubholzbetriebe besonders wichtig ist, da Laubstammholz häufig in kleinen Losen anfällt. Sie wünschen sich daher dringend eine Lösung, die auch künftig eine Bündelungsfunktion gewährleistet. Um auch weiterhin Mengen aus dem Privat- und Kommunalwald mobilisieren zu können, wurde auf die aus ihrer Sicht erforderliche, direkte Förderung der Waldbesitzenden hingewiesen.

Marktentwicklung

Vor dem Hintergrund der allgemein guten Wirtschaftslage sind die Sägewerke vorsichtig optimistisch. Insbesondere in den Bereichen Verpackung und Bau besteht eine gute Nachfrage. Der Laubholzmarkt ist aber nach wie vor vom Exportgeschäft dominiert. Der inländische Laubschnittholzabsatz konnte bei weiterhin geringen Margen kaum Mengensteigerungen verzeichnen.

Eiche. Unverändert ist die Eiche die gefragteste Baumart und für die Sägewerke sehr wichtig. Die Eichenpreise werden insbesondere in den C-Qualitäten nochmals steigen. Die Laubholzsäger appellieren an die Waldbesitzer die Preise nur mäßig zu erhöhen. Auch möchten Sie gerne mehr Mengen im Frei-Hand-Verkauf erwerben können.

Esche. Der Mengen-Absatz von Eschenschnittholz auf dem europäischen Markt läuft bei konstanten Preisen nach wie vor nur mäßig. Der Export von Eschenschnittholz nach Asien läuft gut. Auch der Rundholzexport, hier insbesondere nach Vietnam, läuft weiterhin auf hohem Niveau. Die Forstseite erwartet für die kommende Saison wieder ähnlich hohe Mengen an Eschenstammholz wie bereits in den letzten beiden Jahren. Beide Seiten erwarten gleichbleibende Preise für Eschenstammholz.

Buche. Die Buche, die mit Abstand das größte Mengenaufkommen der Laubholzarten ausmacht, läuft auf gleichbleibendem Mengenniveau. Allerdings konnten die seit Jahren knappen Margen nicht verbessert werden. Sowohl die Anbieter- als auch die Abnehmerseite gehen hier von durchschnittlich konstanten Preisen aus. Bei guten Qualitäten ist evtl. ein leichtes Plus möglich, dagegen sehen sich C/D-Qualitäten eher unter leichtem Preisdruck. Der bei Buche so wichtige Fernexport kämpft mit den starken Schwankungen der Containerpreise. Zu Beginn der Laubholzsaison sind die Containerpreise gegenüber dem Höchststand im April spürbar gesunken. Die Exporteure sind deswegen besonders an frühen Lieferungen interessiert.

Aktuell hat sich die Nachfragesituation nach Ahorn für den Export etwas verbessert. Dagegen ist bei Kirsche immer noch keine Belebung spürbar und die Empfehlung nach geringen Einschlagsmengen bei Kirsche bleibt bestehen. Dasselbe gilt für Erlen-Stammholz.

Im gesamten Baumartenmix ist die Eiche für die einheimischen Sägewerke derzeit von besonderer Bedeutung. Die Vertreter des Waldbesitzes nehmen ihre Verantwortung zur Versorgung der Werke ernst und wollen den Rundholzexport gering halten.

VSH, ForstBW

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