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Von Vollgas auf Parkplatz

Auf der Interforst-Fachpressefahrt der Messe München erklärte der Vorsitzende des Interforst-Fachbeirates und Geschäftsführer der Firma Wahlers Forsttechnik, Ralf Dreeke, den durch starke Fluktuationen gekennzeichneten Forstmaschinenmarkt der vergangenen zehn Jahre. Die Verkaufsstatistik des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) bietet ihm zufolge einerseits ein Bild des Grauens, denn rasch steigenden Forwarder- und Harvesterverkäufen folgte nach dem Sturmjahr 2007 ein jäher Absturz von knapp über 500 Neumaschinen auf nur noch etwas über 100 Stück im Jahr 2009. Eine solche Entwicklung „von Vollgas auf Parkplatz“ müsse eine Branche erst einmal überstehen, kommentierte Dreeke. Diese Entwicklung folgt anderseits normalen marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten. Wie jede neue Technologie haben sich auch die Kurzholzmaschinen in den ersten Jahren langsam etabliert, dann einen Boom erlebt, ehe es nach einer Phase der Stagnation zu einer – in diesem Fall extremen – Krise kam. Normalerweise erholen sich Märkte in den Folgejahren wieder und pendeln sich mit kleineren Schwankungen auf einem Normalniveau ein, das Ralf Dreeke für Kurzholzmaschinen mit 250 – 300 neuen Forwardern und Harvestern bezifferte. Dieses Niveau erreichte der Markt 2010 bis 2012 denn auch wieder. Für 2013 deuten sich aber erneut sehr niedrige Absatzzahlen an. Eine neue Krise? Wie sich der Markt in Zukunft entwickelt ist Dreeke zufolge völlig offen. Wegen der Boomjahre und der Sturmkatastrophe Kyrill bestehen in Deutschland nach wie vor Überkapazitäten in der hochmechanisierten Holzernte. Die Forstunternehmer klagen über eine sehr kurzfristige Auslastung und eine geringe Planungssicherheit, der harte Wettbewerb führt außerdem zu einer angespannten Liquidität. Dazu kommen die Strukturkrise der Sägeindustrie und der geringe Holzeinschlag im Privatwald.Im Gegensatz zu Deutschland zeigen die deutlich kleineren Märkte in Österreich und in der Schweiz übrigens keine so starken Schwankungen. Auch die Forstschlepper aller Art haben sich in den vergangenen Jahren immer stabil verkauft. Dafür hat Dreeke aber keine Erklärung gefunden.

Oliver Gabriel
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