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(V.l.) Johannes Lehrer, Karsten Spinner, Christian Raupach, Hans-Georg von der Marwitz, Prof. Dr. Helge Braun, Michael von der Tann

AGDW und WBV Hessen fordern Unterstützung

Die Verbandsspitzen der AGDW – Die Waldeigentümer und des hessischen Waldbesitzerverbandes trafen sich Anfang April zu einem Gespräch mit Prof. Dr. Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramtes. Die beiden Präsidenten machten auf die katastrophale Lage in den Wäldern nach der Dürre und den Stürmen im vergangenen Jahr aufmerksam. Sie forderten dringend weitere Unterstützungen für die Waldbewirtschaftenden.

„Die Folgen der Dürre sind nicht absehbar: Vertrocknete Waldflächen, zerstörte Jungpflanzen, Schädlingsbefall – die Stabilität unserer Wälder ist gefährdet“, sagte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Damit seien auch die vielfältigen Funktionen, die der Wald als Luftfilter, Wasserspeicher und Erholungsort für die Gesellschaft erbringt, in Gefahr. Von der Marwitz weiter: „Die Stabilisierung unserer Wälder vor dem Hintergrund des Klimawandels muss eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein.“

Der Präsident des hessischen Waldbesitzerverbandes, Michael von der Tann, beschrieb die Auswirkungen der Dürre im Bundesland Hessen: „Die Aneinanderreihung von Wetterextremen in kürzester Zeit hat auch in den Wäldern in der Mitte Deutschlands schwere Schäden hinterlassen.“

Diese schwere Krise könnten die 2 Mio. Waldeigentümer in Deutschland nicht alleine bewältigen. Zumal auf Grund der zu geringen Niederschläge im Winter eine weitere Massenvermehrung der Schädlinge drohe, große Holzmengen noch nicht beräumt werden konnten und dringend in die Wiederaufforstung investiert werden müsse.

Von der Marwitz und von der Tann machten in dem Gespräch mit dem Chef des Kanzleramtes deutlich, dass sich auch der Holzmarkt in einer großen Krise befindet. Daher hätten die Waldeigentümer auch mit Absatzschwierigkeiten und Einnahmeverlusten zu kämpfen. „Nicht nur der Wald ist gefährdet, Dürre und Stürme haben auch Teile der Waldeigentümer in eine schwere Krise gestürzt“, so von der Tann. Die beiden Präsidenten forderten daher dringend weitere Unterstützungen für die Waldbewirtschaftenden.

Das fordern die Waldbesitzer:

  • Weitreichende steuerliche Erleichterungen, um die Einnahmen für das von Dürre und Stürmen geschädigte Holz den Betrieben für den Wiederaufbau der Wälder zu Verfügung zu stellen;
  • Die Installierung eines zentralen Schadensmonitoring über alle Eigentumsformen hinweg, damit schneller belastbare Zahlen über das Schadensausmaß zur Verfügung stehen;
  • Die Reform des Forstschädenausgleichsgesetzes, um für die privaten Waldbesitzer Entlastungen auf dem Holzmarkt zu erreichen;
  • Ein unbürokratischer Einsatz von Pflanzen- und Holzschutzmitteln, um die Zerstörung der Wälder durch Schädlinge zu verhindern;
  • Der zentrale Aufbau eines Risikomanagements über waldbauliche Inhalte hinaus;
  • Mehr wissenschaftliche Forschung über anpassungsfähige und standortgerechte Baumarten, um Alternativen für Baumarten zu bekommen, die durch die Verbreitung neuer Schädlinge ausfallen.

„Die jüngsten Wetterextreme haben langfristige Auswirkungen auf unsere Wälder, die noch unsere Kinder und Enkel beobachten können. Daher muss jetzt schnell gehandelt werden, um den Wald zu stabilisieren, bevor weitere Unwetter über das Land ziehen“, sagte von der Marwitz.

AGDW

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