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Vom Truppenübungsplatz zum Biosphärengebiet

Vom Truppenübungsplatz zum Biosphärengebiet

Im Jahr 2005 wurde der Übungsbetrieb Truppenübungsplatz in Münsingen auf der Schwäbischen Alb aufgegeben. Die Fläche wurde in ein Großschutzgebiet eingebunden. Die gefährdeten Arten bekommen im Münsinger Hardt eine nachhaltige Überlebenschance.

Die UNO hat das Jahr 2010 zum „Jahr der biologischen Vielfalt“ erklärt. Damit soll das öffentliche Bewusstsein auf die Bedeutung der biologischen Vielfalt für das Wohl der Menschen gelenkt, der Verlust von Vielfalt gestoppt und Erfolge beim Schutz der biologischen Vielfalt aufgezeigt werden. In diesem Zusammenhang hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) am 21. September 2010 Naturschutzfachleute aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden zu einer Exkursion auf den ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen im Biosphärengebiet „Schwäbische Alb“ eingeladen.
Im Jahr 2005 wurde der Übungsbetrieb auf dem ca. 6.500 ha großen Truppenübungsplatz in Münsingen aufgegeben. Wegen der sehr hohen Belastung des Geländes mit Kampfmitteln und der wertvollen Naturausstattung entschied die Bundesanstalt, die Fläche in ein Großschutzgebiet einzubinden. In erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Kommunen, Landkreisen, Fachbehörden, der Landesregierung, Naturschutzverbänden und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist es unter Einbringung des nicht mehr militärisch genutzten Übungsplatzes Münsingen gelungen, das gut 85.000 ha große Biosphärengebiet „Schwäbische Alb“ zu bilden. Dieses erfreut sich großer Akzeptanz unter der Bevölkerung und ist auch bei Touristen sehr beliebt.
Einen weiteren Aspekt hatte die Informationsfahrt für die Teilnehmer aus Brandenburg. Die Kyritz-Ruppiner Heide, das ehemalige „Bombodrom“ in Brandenburg, wird aus der militärischen Nutzung in die Konversion übergehen. Hier arbeitet die Bundesanstalt bereits mit allen Beteiligten daran, vergleichbar mit Münsingen, gemeinsam Möglichkeiten für eine zivile Nachnutzung und die Bewahrung der biologischen Vielfalt, trotz einer extrem hohen Belastung mit Kampfmitteln, zu finden.
Reges Interesse erweckte vor diesem Hintergrund das Wegekonzept in Münsingen: Wegen der hohen Munitionsbelastung wurden überwiegend die asphaltierten Wege geöffnet. Sie sind leicht auf Munitionsreste abzusuchen und deutlich markiert. Die Exkursion zeigte allen Gästen, dass das naturverträgliche Geländemanagement der BImA auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen ein gelungenes Beispiel dafür ist, wie Militärflächen auch nach der Konversion einen wesentlichen Beitrag zur biologischen Vielfalt und für die Entwicklung der Region leisten können.
Bei der Exkursion stellte das Bundesforst-Team Münsingen um Forstdirektor Dr. Dietmar Götze den Gästen anschaulich dar, welche Maßnahmen ergriffen worden sind, um seltenen Tieren wie dem Steinschmätzer, dem Gebirgsgrashüpfer, der Kreuzkröte und zahlreichen weiteren Tieren und Pflanzen auch nach Aufgabe des Militärbetriebes Lebens- und Rückzugsräume zu erhalten. Es ist sich auch Lydia Nittel, die Funktionsbereichsleiterin Naturschutz beim Bundesforstbetrieb Heuberg, darüber im Klaren, dass das Gebiet nicht genauso bewahrt werden kann, wie es zu Zeiten der militärischen Nutzung war. Doch die gefährdeten Arten bekommen im Münsinger Hardt eine nachhaltige Überlebenschance.
 

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BImA

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