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Vogel des Jahres auf der Abschussliste

Vogel des Jahres auf der Abschussliste

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) verurteilt die Jagd auf den Vogel des Jahres 2013 (Bekassine) und andere Schnepfenarten. Die Bekassine, die sich derzeit wieder auf den Rückweg nach Bayern macht, wird jedes Jahr zu hunderttausenden in ihren Überwinterungsgebieten abgeschossen, so der Verband. Wenn sich dies nicht umgehend ändert, werden alle Anstrengungen zum Schutz der Bekassine in den bayerischen Brutgebieten dauerhaft erfolglos bleiben. Der Vogel des Jahres gehöre genauso wie in Deutschland auch in der gesamten EU ganzjährig unter Schutz gestellt.
Die Jagd auf die in Deutschland geschützte und vom Aussterben bedrohte Bekassine erfolge in anderen EU-Ländern ohne wirtschaftlichen Hintergrund und sei traditionell motiviert. Die Verluste durch die offizielle Jagd auf Bekassinen seien enorm: allein innerhalb der EU werden jährlich über ein halbe Million Bekassinen erlegt. Bei einem geschätzten Bestand von europaweit 930 000 bis 1,9 Mio Brutpaaren bedeutet das jährliche Verluste von einem Viertel des gesamten Brutbestandes. Zum Vergleich: in Deutschland wird der Bestand auf max. 6.700 Brutpaare geschätzt, das entspricht knapp drei Prozent der jährlich in Europa zur Strecke gebrachten Bekassinen.
 
Ganzjähriger und europaweiter Schutz sollte auch für andere Schnepfenarten gelten, die ebenfalls noch bejagt werden. So darf die etwas häufigere Waldschnepfe auch in Deutschland geschossen werden, mit Jagdstecken von ca. 20 000 Individuen im Jahr. Diese, auf rein jagdlichen Interessen beruhende Praxis, ist nicht nur ethisch fragwürdig, sondern auch hinsichtlich der Bestandsentwicklung der Waldschnepfe kritisch zu sehen. Zudem kann es leicht zu Verwechslungen mit der sehr ähnlichen Bekassine kommen, sodass diese hochbedrohten Art auch in Deutschland nicht sicher vor dem Abschuss geschützt ist, so der LBV.

LBV

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