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Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren verschwunden.

Vogel des Jahres 2019

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V (LBV) und sein bundesweiter Partner NABU haben die Feldlerche (Alauda arvensis) zum „Vogel des Jahres 2019“ gewählt.

Damit küren der LBV und der NABU die Feldlerche zum zweiten Mal zum „Vogel des Jahres“ nach 1998. Auf der Roten Liste der Brutvögel Bayerns wird sie als gefährdet eingestuft. Mit zwischen 1,3 und 2 Mio. Revieren gehört die Feldlerche immer noch zu den häufigen Vögeln Deutschlands. Allerdings befinden sich ihre Bestände in einem deutlichen Sinkflug. Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 gab es einen Bestandsrückgang um 38 %, wie offizielle Monitoringdaten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten belegen. Aus vielen Gebieten Deutschlands ist die Feldlerche bereits völlig verschwunden. Ihr bayerischer Bestand lag bei der letzten Erhebung 2009 zwischen 54.000 bis 135.000 Brutpaaren.

Die Nahrung der Feldlerche ist abhängig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien. Im Frühling kommen Insekten, Regenwürmer oder andere Kleintiere dazu, die besonders für den Feldlerchen-Nachwuchs ein wichtiges Kraftfutter sind.

Die Feldlerche kann in der heutigen Agrarlandschaft wegen der schnell und dicht aufwachsenden großflächigen Intensivkulturen oft nur noch eine Brut aufziehen. Wo auf riesigen Flächen nur noch undurchdringbares Wintergetreide, Raps oder Mais wachsen, fallen die überlebenswichtigen zweiten und dritten Bruten aus. Wenn die Lerchen deswegen auf die vegetationsfreien Fahrspuren im Feld ausweichen, werden sie häufig Opfer von Nesträubern oder von Maschinen überrollt. Heute fehlt meist die Auflockerung der Landschaft durch Brachen, Sommergetreide oder extensiv genutztes Grünland, wo die Vögel auch im späten Frühjahr noch brüten könnten.

Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil sogar noch schlechter gehe. Die immer intensivere Landwirtschaft ist laut LBV und NABU zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. Die Verbände fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern.

Weitere Infos zum Vogel des Jahres unter www.lbv.de/feldlerche

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Die Feldlerche im Flug Die Feldlerche steht als Jahresvogel 2019 auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn. Die Nahrung der Feldlerche ist abhängig von den Jahreszeiten. In den kalten Monaten begnügt sie sich mit Pflanzenteilen und Sämereien, im Frühling kommen Insekten, Regenwürmer und Kleintiere dazu.

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