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VHI: Keine Abkehr vom Begriff „Holzwerkstoffe“

Angesichts der fortlaufenden Verknappung insbesondere von Nadelholz auf den europäischen Märkten und die damit verbundene Beschaffungskostenspirale bemüht sich die deutsche Holzwerkstoffindustrie intensiv um Alternativen. Erste Produkte, die bis zu einem Drittel aus schnell wachsenden Einjahrespflanzen anstelle von Holz bestehen, sind bereits verfügbar. Die neue Generation von biologischen Werkstoffen lässt sich genauso gut be- und verarbeiten, ist aber leichter und verbraucht damit bei Transport und Einbau weniger Energie. Nach der Erprobung von Hanf, Stroh oder Miscanthus („Chinaschilf“) nutzt ein Anfang des Jahres vorgestelltes Produkt erneut Pflanzen, die innerhalb eines Sommers wieder vollständig nachwachsen und nahe der Produktionsstätte in großen Mengen zur Verfügung stehen.

Also bald die Abkehr vom Begriff „Holzwerkstoffe“? „Nein“, so Dr. Peter Sauerwein, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI): „Trotz aller Innovation ist Holz unser Basismaterial. Das bedeutet auch, dass die Holzwerkstoffindustrie ein verlässlicher Holzabnehmer des Forstes bleibt und damit weiterhin eine wesentliche Säule für nachhaltige, wertschöpfende Forstwirtschaft in Deutschland bildet.“

Die vom VHI mit elf Partnerorganisationen ins Leben gerufene Initiative „Holz verantwortungsvoll nutzen“ unterstützt Forschungsvorhaben, die Auswege aus der sich zuspitzenden Versorgungssituation weisen. Ganz im Zeichen eines effizienteren Einsatzes von Holz stehen dabei wissenschaftliche Untersuchungen zur Holznutzung in einer Kaskade – erst stofflich, dann energetisch (EPEA, Hamburg). Der Verband arbeitet außerdem an Studien mit, um die förderpolitischen Rahmenbedingungen besser auszutarieren, zur Sicherung der Versorgungs- und Beschäftigungslage in der Holzindustrie und um das Klima zu schützen (nova-Institut, Hürth). Ferner gab er Studien in Auftrag, um zu ermitteln, welche alternativen Faserrohstoffe anstelle von Holz unter entsprechenden ökologischen und ökonomischen Bedingungen für Holzwerkstoffe zur Verfügung stehen (nova-Institut, Hürth). Desweiteren wurden immer wieder Anstöße zu Versuchsreihen gegeben, um die Grundlagen für innovative Produkte zu schaffen, die mit weniger Holz auskommen (Fraunhofer Institut für Holzforschung, Braunschweig; Universität Göttingen). Vorhaben und Ergebnisse werden auf dem Biowerkstoff-Kongress am 15./16. März und auf dem Innovationsworkshop Holzwerkstoffe am 24. Mai (Vortag der interzum) in Köln dargestellt.

VHI

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