WaldÖkologie

Vertrocknete Heidelbeeren – Woran liegt es?

Bearbeitet von Carolin Föste

Nicht nur Baumarten machen Forstleuten sorgen. Die Artenvielfalt in heimischen Wäldern betrifft auch die Kraut- und Strauchschicht. Die oftmals in Kiefernwäldern weit verbreitete, wilde Heidelbeere (oder: Blaubeere) zeigt aktuell ein ungewöhnliches Schadbild. Braun verfärbte Blätter können auf zwei Ursachen zurückführen.

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) beschreibt das Problem: In der aktuellen Hitzewelle und bei ausbleibenden Niederschlägen hat besonders in trockenen Regionen der Wald und auch die Strauchschicht gelitten. Die Heidelbeere zeigt nun in manchen Regionen ein auffälliges Schadbild. Zum einen führen die Expertinnen und Experten der LWF sowie betroffene Forstleute die Schäden auf die ausbleibenden Niederschläge zurück. Zum anderen können Fressfeinde dahinterstecken. Stellen diese auch für die Kiefernbestände eine Gefahr dar?

Trockene Ränder von Heidelbeer-Blättern
Sind die Heidelbeer-Pflanzen durch Trockenheit geschädigt, zeigt sich eine Braunfärbung vom Rand des Blattes her. Dieses rollt sich nicht auf.
Foto: L. Straßer, LWF

Fressfeinde der Heidelbeere momentan ungefährlich

In einigen Regionen sei nicht ausschließlich Trockenheit die Ursache für braune Heidelbeer-Pflanzen. Schmetterlingsraupen der Wickler (Tortricidae) hinterlassen neben einer Braunfärbung Fraßspuren. Für die Kiefernbestände seien die Wickler aktuell jedoch keine Gefahr, so die LWF. Maßnahmen sind daher aktuell nicht erforderlich, die Gefahr für Waldbrände sei durch trockene bodennahe Pflanzen jedoch nicht zu unterschätzen. Denn eine vertrocknete Bodenvegetation ist bei hohen Temperaturen leicht entzündlich.

Welche Regionen aktuell betroffen sind, wie sich die Schadbilder unterscheiden und weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der LWF.

Exkurs: Gibt es einen Unterschied zwischen Blaubeere oder Heidelbeere?

Blaubeeren, Heidelbeeren, Bickbeeren, Waldbeeren, Schwarzbeeren und Wildbeeren beschreiben grundsätzlich alle die gleichen in deutschen Wäldern heimischen Früchte – die Begrifflichkeiten können sich regional abwechseln. Dennoch gibt es Unterschiede, denn eine Blaubeere kann direkt aus dem Wald, Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), oder von der gezüchteten Kulturheidelbeere geerntet werden. Daher gibt es heute, wie auch bei anderen Obstarten, viele verschiedene Sorten. Die Früchte unterscheiden sich dann anhand der Größe und der Farbe des Fruchtfleisches.

Systematisch gehören beide Früchte zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae) und zur Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium). Die Kulturheidelbeere stammt aus amerikanischen Züchtungen, wird jedoch auch in Europa, und auch in Deutschland angebaut. Dort breitet sie sich auch außerhalb der Anbauflächen in den Wäldern aus. Wickler und andere Schadinsekten zählen auch zu den natürlichen Feinden der Kulturheidelbeere.

Quelle: LWF, rnd, Wikipedia