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DFWR-Präsident Georg Schirmbeck, den stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert, die Abgeordnete des Europaparlaments Delara Burkhardt sowie Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinische Landesforsten.

Vertreter der Politik informieren sich über Lage im Wald

Mitte September informierten sich die SPD-Politiker Delara Burkhardt Mitglied des Europaparlamentes und der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert bei einem Waldspaziergang in Schleswig-Holstein über die aktuelle Waldsituation in Deutschland.

Die Schäden aber auch Herausforderungen den Wald klimafit zu machen, machen an keiner Besitzgrenze halt. Dies wurde deutlich an den Waldbildern des Staatswaldes, betreut von den Landesforsten sowie den Waldbildern des Privatwaldes, betreut durch die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

Waldschäden bundesweit vorhanden

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) beziffert die bundesweiten Schäden im Wald durch den Klimawandel mit 285.000 ha. „Es geht einerseits darum, die Schadflächen wieder zu bewalden und die vorhandenen Wälder weiter an den Klimawandel anzupassen. Deshalb freut es mich sehr, dass beide Politiker die Einladung der Waldbesitzenden und Forstleute angenommen haben, um sich ein eigenes Bild zu machen“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR). Die Politik auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die richtigen Akzente und Rahmenbedingungen für die Waldbewirtschaftung zu setzen. Schirmbeck: „Wir kommen beim Klimaschutz und dem Green Deal sowie bei der Erhaltung der vielfältigen Waldleistungen für die Gesellschaft nur weiter, wenn wir Wald auch künftig bewirtschaften und Holz nutzen.

Forstleute kommen an ihre Grenzen

Die Forstwirte, Försterinnen und Förster der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) sind derzeit im Dauereinsatz, um den Wald vor weiteren Schäden durch Borkenkäfer zu bewahren. Währenddessen bringen zusätzliche durch den Klimawandel verursachte Waldschäden – zum Beispiel an Buchen, Eschen und Ahornen – die Forstleute an ihre Grenzen: „Der Landeswald befindet sich im Klimastress“, so Tim Scherer, Direktor der SHLF. „Wir blicken mit großen Sorgen in die Zukunft, obwohl wir im Verhältnis zu anderen Bundesländern bezüglich des Waldsterbens oder der diesjährigen Borkenkäferplage bisher vergleichsweise glimpflich davongekommen sind.“

Naturnahe Waldwirtschaft und effektives Jagdmanagement

Schleswig-Holstein verfolge seit längerem eine naturnahe Waldwirtschaft und in diesem Zusammenhang einen Waldumbau hin zu standortgerechten und damit auch klimastabileren Wäldern. Ein effektives Jagdmanagement unterstützt die Landesforsten dabei, Schadflächen naturnah wieder bewalden zu können. Schirmbeck wies darauf hin, „dass sich der DFWR an der aktuellen Novelle des Bundesjaggesetzes intensiv einbringt“. Fehlentwicklung der letzten Jahrzehnte sollen dabei korrigiert und Rahmenbedingungen für eine möglichst naturnahe Wiederbewaldung geschaffen werden

Geld muss rechtzeitig in den Wäldern ankommen

Am Nachmittag besuchten beide Politiker in Begleitung von Dr. Christian Schadendorf von der Landwirtschaftskammer einen Privatwald. Dieser steht vor großen Herausforderungen. Das BMEL stellte für die Bewältigung der Waldkrise Hilfsgelder in Höhe von 480 Mio. € Bundesmittel bereit, die von den Ländern auf bis zu 800 Mio. € aufgestockt werden können. Dr. Schadendorf betonte, „dass die von der Bundesregierung bereitgestellten Finanzmittel für die Wiederbewaldung und den Waldumbau bei den Waldbesitzenden rechtzeitig ankommen muss. Mit den Förderrichtlinien in Schleswig-Holstein sind wir auf einem guten Weg“. Schirmbeck wies gegenüber Burkhardt und Kühnert darauf hin, „das Waldbesitzende verlässliche Signale der Politik benötigen, damit sie sich auch in Zukunft um den Wald kümmern“. Dazu zählt auch die Offenheit über neue Finanzierungsmodelle Forstwirtschaftlicher Betriebe zu diskutieren. Die Honorierung von Ökosystemleistungen könnte hierzu ein wichtiger Beitrag in der Debatte sein. Die Waldwirtschaft und die Verwendung von Holz schützen unser Klima, in dem sie jährlich 127 Mio. t CO2 der Atmosphäre entziehen. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Grundlage für die grüne Wirtschaft, die Energiewende und für eine klimaneutrale Lebensweise.

Quelle: DFWR

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