Der Japa bringt einen sehr schnellen Arbeitsrhythmus
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Vergleichstest: Kleine Sägespaltautomaten

28. Oktober 2020

Wohin mit dem ganzen Schadholz? In vielen Privatwäldern finden sich derzeit große Mengen an Kalamitätsholz. Die Preise sind stark gefallen. Das Überangebot macht einige Sortimente nahezu unverkäuflich. Der Eigenverbrauch als Brennholz kann da manchmal noch den besten Nutzen bringen.

Genau für diese Situation soll dieser Vergleichstest von kleinen Sägespaltautomaten eine Antwort liefern. Die Maschinen sollen für den Eigenbedarf oder für eine kleine Nutzergemeinschaft Brennholz produzieren. Dementsprechend spielt der Kaufpreis eine wichtige Rolle.

Die Kandidaten unseres Vergleichstests in Reih und Glied
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Nicht jeder Privatwaldbesitzer besitzt einen Traktor, deswegen haben wir Geräte ausgesucht, die sich mit dem Pkw umsetzen lassen. Eingebaute Motoren ermöglichen den Einsatz unabhängig von einer Stromversorgung oder einem Schlepper. In diesem Segment tummeln sich vor allem skandinavische und baltische Hersteller, weil dort diese Anwendung ziemlich weit verbreitet ist. Aber auch eine Marke aus Fernost haben wir mit unter die Lupe genommen. Angetreten sind vier Maschinen mit einem Grundpreis von 4 650 € bis 7 550 € (netto) einem Verarbeitungsdurchmesser von rund 30 cm und angegebenen Spaltkräften von 4,7 bis 12 t. Namentlich sind das der Alto KSK 50, der Japa 315, der Pilkemaster Go! und der Rima RM 7.

 

 

Trotz der eng gefassten Vorgaben für den Vergleich gibt es bei den Kandidaten ganz unterschiedliche Ausstattungsvarianten zu kaufen. Angefangen bei der Zuführung, über die Abförderbänder bis hin zu integrierten Stammhebern. Damit lässt sich die Produktionskette nach den eigenen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen ausgestalten. Ein geringerer Ausstattungsumfang sollte hier aber nicht das Testergebnis beeinflussen, sondern nur das generelle Konzept, das Handling und die Leistung der jeweiligen Maschine.

Damit wir uns bei der Spaltkraft nicht nur auf die Werksangaben und unser subjektives Empfinden verlassen müssen, haben wir diese mit einer kalibrierten Messanlage nachgeprüft. An dieser Stelle bedanken wir uns beim KWF für die Unterstützung bei den Messungen. Die Ergebnisse haben uns sehr überrascht: Bei allen vier Kontrahenten liegt die tatsächliche Spaltkraft deutlich (d.h. 15 – 30 %) unter den Werksangaben. Die genauen Werte finden Sie in unserer Datentabelle hinten. Insgesamt ändert sich dabei jedoch nichts an der Reihenfolge.

Alto KSK 50 PMT– der kleine Grüne

Der Alto KSK 50 kommt aus Estland und wird in Deutschland von der Firma Rohse Fahrzeugtechnik vertrieben. Bei diesem Gerät hatten wir die Basisaustattung gewählt – ohne Zuführband oder Stammheber. Ohne diese Hilfsmittel wird die Maschine preisgünstiger, dafür die Beschickung umständlicher.

[ngg src=“galleries“ ids=“70″ display=“basic_thumbnail“]Ein improvisierter Auflagetisch, von dem man das Holz mit dem Sappie beiziehen kann, hilft da schon enorm. Zudem müssen die Stämme auch per Hand in die Maschine geschoben werden, bis die Zackenrolle am vorderen Ende des Zuführkanals greift. Selbst dann ist ab und zu noch manuelle Unterstützung notwendig, wenn die Zähne bei krummen Stämmen nicht recht eingreifen. Das ist aber bei der gelegentlichen Aufarbeitung von Nadelholz auch keine besondere Anstrengung und dafür reichen die gemessenen 3,2 t Spaltdruck auch völlig aus. Bei Laubholz, womöglich noch mit Ästen, geht dem KSK 50 dagegen recht schnell die Puste aus.

Die Bedienung des Alto gibt keine Rätsel auf. Im Prinzip wird das meiste mit einem Hebel erledigt: Beim Herunterziehen wird die Säge aktiviert. Auf dem letzten Stück Hebelweg schaltet man zugleich ein Hydraulikventil um und auf dem Weg nach oben fährt der Spaltstempel aus. Will man das nicht, weil z.B. ein Holz im Spaltkanal quer liegt, muss man kurz die Schutzhaube anheben, um die Maschine zu stoppen. Durch Überdrücken des Hebels nach oben wird der Vorförder-Mechanismus aktiviert. Als Behälter für das Kettenöl dient ein einfacher Plastikkanister, der aber gut im Sichtfeld des Bedieners platziert ist.

Der Anschlag zur Einstellung der Scheitlänge besitzt ein 5-cm-Raster, demnach lassen sich 33 cm nicht einstellen. Zudem ist er sehr simpel konstruiert und weicht beim Sägeschnitt nicht nach hinten aus. In ungünstigen Fällen kann sich die Säge dadurch verklemmen. Zugleich ist der Anschlag relativ weit unten im Spaltkanal angebracht. Das führte im Test des Öfteren dazu, dass sich abgespaltene Scheite darunter verkeilten. Die Spaltkreuzverstellung hat eine Besonderheit: Sie funktioniert stufenlos; die eingestellte Höhe wird durch die Reibung einer Art Scheibenbremse gehalten.

Das 2,7 m lange Austragsband lässt sich sehr schnell ausklappen und gehört zur Serienausstattung des Alto KSK 50. Es reicht vollkommen aus, um damit Gitterboxen oder auch Big-Bags zu befüllen. Bei einem hohen Anhänger gäbe es wohl Probleme. Doch dafür findet sich ein Band mit 3,8 m in der Optionsliste. Beide sind nicht schwenkbar.

Japa 315 BE Road – der rote Renner

Die finnische Marke Japa ist lange bekannt für kleine Sägespalter. Der Japa 315 darf bis zu 31 cm starke Stämme verarbeiten. Die Testmaschine war sehr umfangreich ausgestattet mit einem 3,8 m langen Schwenkband und hydraulischem Stammheber. Damit steigt der Einstandspreis aber auf gut 13 000 € netto. Ein Stammheber erscheint uns vor allem dann sinnvoll, wenn man ohne viel zusätzlichen Maschineneinsatz alleine arbeiten möchte: Von einem sauberen Holzstapel mit Unterlagen auf einigermaßen ebenem Untergrund lassen sich die Stämme ohne größere Anstrengung mit dem Sappie auf die Hubarme rollen. Allerdings sollten diese nicht viel länger als 3 m sein, damit sie nicht zu weit überstehen und herunterkippen.

[ngg src=“galleries“ ids=“71″ display=“basic_thumbnail“]Auch der Japa wird nur über einen Hebel (mit der linken Hand) gesteuert, abgesehen von der Einstellung der Spaltkreuzhöhe und dem Stammheber. Nach dem Sägen löst automatisch der Spaltvorgang aus und zugleich läuft das Vorförderband an. Dadurch ergibt sich ein sehr schneller Arbeitsrhythmus – so lange es keine Störung gibt. Bei einem Querlieger im Spaltkanal ist durch diese Kopplung eigentlich immer schon ein neues Stück unter die Säge gefahren und erschwert den Zugriff auf das Störteil. Wenn das Rundholz stark und schwer ist, kann das Zurückschieben schon mal in Arbeit ausarten, weil es für das Förderband keinen Rückwärtsgang gibt. Mit nominal 5,6 t Spaltkraft (effektiv waren es 4,8 t) ist die Maschine noch nicht für stärkeres Laubholz prädestiniert.

Pilkemaster Go! – der Extravagante

Der finnische Hersteller Agromaster macht bei seinen Pilkemaster-Sägespaltern einiges anders als sonst üblich. Das beginnt schon beim außergewöhnlichen Vorschubmechanismus für das Rundholz: Anstelle eines Förderbandes finden wir hier eine V-förmige Rinne aus Metall. Eine Hälfte davon bewegt sich vor und zurück. Dabei fungiert das Teil zugleich als Spaltstempel. Ausgestanzte „Widerhaken“ im oberseitigen Blech schieben den Stamm sukzessive nach vorne. Diese Methode funktioniert überraschend gut, kann aber prinzipbedingt nicht zurückschieben und arbeitet nur getaktet. Das Zuführen eines neuen Stammes dauert demnach ein bißchen länger als bei einem Förderband.

[ngg src=“galleries“ ids=“72″ display=“basic_thumbnail“]Einen zusätzlichen Pluspunkt bekommt der Kandidat für sein profimäßiges Sägeschwert, das zudem sehr wartungsfreundlich vorne montiert ist. Die Kehrseite der Medaille ist ein relativ enger Zugang zum Spaltkanal, wenn es gilt, einen Querlieger zu beseitigen. Außerdem erfolgt der Auswurf der Späne zum Bediener hin, was jedoch den Luftfilter des Antriebsmotors schont. Die zweite spannende Besonderheit am Go! ist die automatische Spaltkreuzverstellung: Über einen Hebelmechanismus ist der Niederhalter mit dem Spaltkreuz gekoppelt. Je dicker der eingelegte Stamm, umso höher wird dieses angehoben. Auch diese Technik erfüllt ihre Aufgabe sehr gut und entlastet den Bediener von der Verantwortung, auf die richtige Spaltkreuz-Einstellung zu achten. Nur bei ganz dünnen Hölzern, die lediglich halbiert werden sollen, bleibt noch ein wenig Handarbeit übrig.

Als einziger der Kandidaten verfügt der Pilkemaster über ein Schnellgang-Ventil am Spalter, was eine sehr flotte Arbeit ermöglicht. In diesem Modus drückt die Maschine zwar nur wenig mehr als 2 t, wenn das aber nicht mehr ausreicht, genügt es, den Bedienhebel etwas nachzulassen und die Kraft steigt spürbar an. In Deutschland liefert Pilkemaster die Geräte statt der serienmäßigen 5,6 t eigentlich immer mit nominal 8 t (Aufpreis 210 €) aus, so auch bei unserer Testmaschine. Effektive 6 t am Stempel bewältigen auch schon Laubhölzer, so lange sie nicht zu „knorzig“ sind. Allerdings ist der Durchgang des kleinen Pilkemaster wirklich genau auf 30 cm begrenzt – einschließlich eventueller Stammanläufe. Ein serienmäßig schwenkbares Förderband mit 3,7 m Länge rundet das Paket ab. Allein das 6-fache Spaltkreuz findet sich noch in der Aufpreisliste.

Rima RM 7-12 TG – der Überraschungsgast

Die chinesischen Rimamach-Maschinen werden in Deutschland von mehreren Händlern angeboten, in verschiedenen Farben und zum Teil mit unterschiedlichen Ausstattungen. Unser Gerät hatte die Firma Forstwerkzeuge Donhauser aus der Oberpfalz zur Verfügung gestellt und nach eigenen Aussagen über die Jahre mit einigen Verbesserungen versehen lassen. In der Tat wartet der günstigste Teilnehmer im Test mit ein paar überraschenden Features auf: So finden wir von den versprochenen 12 t Spaltdruck zwar im Messprotokoll auch nur noch 8,9 t – dennoch bleibt der RM 7 damit der stärkste im Feld. Erkauft wird das mit einer etwas geringeren Spaltgeschwindigkeit. Bei kurzen Scheitlängen lässt sich die Zykluszeit durch eine Begrenzung des Spalthubs wieder verbessern. Eine solche Einrichtung findet sich an keinem anderen Kandidaten, ebensowenig wie ein Rücklauf-Hebel für das Zuführband.

[ngg src=“galleries“ ids=“73″ display=“basic_thumbnail“]Die Konstrukteure haben dem Benzinmotor sogar einen E-Starter spendiert und dem Hydraulikfilter ein Manometer, das den Gegendruck anzeigt und damit einen fälligen Ölwechsel. Das Kettenöl wird in einem geschweißten Blechtank bevorratet, wenngleich es von dort nur durch die Schwerkraft zur Säge läuft und man dran denken muss, den Hahn nach getaner Arbeit wieder zu schließen, damit nicht über Nacht die ganze Schmierflüssigkeit davonläuft. Im Vergleich zu den anderen Testteilnehmern ist die Maschine sehr offen gebaut, sämtliche Hydraulikleitungen liegen frei. Das kann man negativ sehen, weil sich hier vielleicht herabfallende Holzstücke verhaken könnten. Die positive Sichtweise ist: Bei einem Defekt, oder auch nur bei einer losen Verschraubung sieht man sofort, wo das Problem liegt und kann es leicht beheben.

Der Hersteller traut seiner Maschine offenbar einiges zu, weil er den maximalen Spaltdurchmesser mit 38 cm angibt und standardmäßig ein 6-fach Spaltkreuz installiert. Reizt man diese Kapazität – womöglich mit Laubholz – regelmäßig aus, sind auch hier die Grenzen irgendwann erreicht. Vor allem werden die Scheite dann schon wieder sehr groß und brennen nicht mehr gut. Unsere Empfehlung: Lieber bei 30-cm-Rundholz bleiben und schwächere Hölzer auch mal mit dem Vierer-Kreuz spalten. Das kostet auch nur 150 € zusätzlich. Während unsere Testmaschine noch eine manuelle Säge hatte, besitzt die neue Lieferung dafür schon eine Hydraulikbetätigung. Und für das 3,2 m lange serienmäßige Förderband ist ein Schwenkmechanismus schon in Arbeit. Trotzdem soll der Preis nicht über 5 100 € netto steigen.

Wo viel Licht ist, muss es natürlich auch ein paar Schattenseiten geben: Der Niederhalter ist zu kurz und greift sehr dünne Stämme schlecht. Der stufenlose Längsanschlag wird nur mit Schrauben geklemmt und kann sich evtl. verstellen. Das Fahrwerk dieser Maschine ist sehr einfach gebaut und besitzt keine Straßenzulassung. Im Gelände dagegen kann der lange vordere Stützfuß schnell aufsetzen. Abhilfe haben laut Donhauser ein paar findige Kunden dadurch geschaffen, dass sie einen günstigen 750-kg-Anhänger mit Zulassung im Baumarkt gekauft haben und das ganze Gerät darauf montierten.

Apropos: Ein wenig handwerkliches Geschick sollte man als Kunde mitbringen, denn der RM 7 wird normalerweise in zwei Kisten angeliefert. Insbesondere die Achsen und das Förderband müssen selbst angebaut werden. Alternativ macht das auch die Firma Donhauser gegen einen Aufpreis von 350 €, allerdings ist danach der Transport zum Kunden deutlich aufwändiger. Am Status des Preis-Leistungs-Siegers ändert das jedoch nichts, selbst wenn wir über die Dauerhaltbarkeit der Komponenten nach einer Woche Arbeit noch nichts aussagen können.

Heinrich Höllerl