Waldschutz

Mit der Drohne Verbissschutzmittel ausbringen

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Frisch gepflanzte Baumsetzlinge müssen in den ersten Jahren in aller Regel gegen den Verbiss durch Wild geschützt werden. Üblich sind dafür Zäune, die Waldbesitzer verwenden aber auch Wuchshüllen und Schutzgitter oder sie bestreichen die Leittriebe mit Verbissschutzmitteln. Alle drei Methoden sind zeit- und arbeitsintensiv.

Hexakopter aus Carbon und Aluminium

Das Kooperationsprojekt Verbissschutz von Baumsetzlingen (VeBaS) will Verbissschutzmittel aus diesem Grund mit Hilfe von Drohnen ausbringen. Die Tholeg Civil Protection Systems aus Welzow in Brandenburg und die Fachhochschule für Wirtschaft (FHDW) in Paderborn haben ihre Lösung am 23. Juni in Berlin vorgestellt. Auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums zeigten sie einen Hexakopter der Firma Tholeg, der mit Akkus etwa 12 kg wiegt und etwa 4 kg des Verbissschutzmittels mitführen kann.

Autonome Ausbringung

Die Drohne erfasst mit einer Kamera zunächst die GPS-Positionen der neuen Setzlinge, sofern sie bei der Pflanzung nicht ohnehin schon festgehalten werden. In der Folge kann sie auf den Flächen in gewünschten zeitlichen Abständen das Verbissschutzmittel gezielt an die Leittriebe sprühen. Die Drohne ist dafür mit einer Bilderkennung ausgestattet, die sie beim Anflug an die Setzlinge und bei der Applikation des Sprays unterstützt. Nach Vorstellung von Matthias Füller, der das Projekt an der FHDW betreut, steuert ein Drohnenpilot dabei gleich mehrere Drohnen, die die Flächen autonom abfliegen. Noch tut sich die Bildsoftware aber noch schwer, die Setzlinge sicher zu erkennen.

Oliver Gabriel