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VSH Nord zum Ergänzungsgutachten zum NP Teutoburger Wald

Enttäuscht vom Ergänzungsgutachten zum Teutoburger Wald zeigt sich der Verband der Säge- und Holzindustrie Nord e.V. nach der Vorstellung der Ergebnisse im Kreishaus Lippe am 17. Oktober. Aufgrund der veränderten Gebietskulisse war eine erneute Untersuchung durch das Beratungsunternehmen Roland Berger Strategy Consultants vom Kreistag Lippe in Auftrag gegeben worden. Ausdrücklich wurde gegenüber der Forst- und Holzwirtschaft im Land die Zusage getroffen, die Auswirkungen eines Nationalparkes für diesen Industriezweig eingehend zu untersuchen. Seit Beginn der Diskussionen um einen Nationalpark im Teutoburger Wald vertritt der Nordverband die Interessen der Sägebetriebe in NRW.
Nun fühlt sich der Verband getäuscht, da der Landrat Heuwinkel gegenüber dem Verband zugesagt hatte im Zuge der neuerlichen Untersuchung die Betriebe in der Region zu befragen. Unverständlich ist dem Verband, weshalb die rund 20 in Ost-westfalen ansässigen Sägewerksbetriebe nicht in die Untersuchung mit einbezogen worden sind, obgleich sie in einem bereits erstellten Gutachten von Roland Berger sogar namentlich aufgeführt waren. Gefährdete Betriebe sind bereits in dem ursprünglichen Gutachten genannt worden, ohne jedoch in der neuerlichen Untersuchung auf diese Betriebe konkret zuzugehen. Alternativ wurden Betriebe befragt, deren Unternehmenssitze außerhalb von NRW liegen und nicht ausschließlich im Sägebereich tätig sind. Dies stellt eine Verzerrung der tatsächlichen Situation dar, so der Geschäftsführer des Nordverbandes, Rolf Burdack.
Wären diese Betriebe befragt worden, so müsste Roland Berger zu anderen Unter-suchungsergebnissen kommen. Den „Gutachtern“ muss unterstellt werden, daß sie „ergebnisorientiert“ gearbeitet haben, so die Verbandsführung der Sägeindustrie in NRW. Von mehr als 20 Betrieben des Verbandes wurde lediglich ein Unternehmen zu den Auswirkungen des Nationalparkes befragt.
Mindestens 900 Arbeitsplätze in der Region sind gefährdet, wenn zukünftig auf 90000 fm Holz aus dem Teutoburger Wald verzichtet wird. Das Argument der erhöhten Nadelholzverfügbarkeit in den nächsten 2 bis 3 Jahr-zehnten weist der Verband zurück. Die zunehmende Rohstoffverknappung  durch dauerhafte Stilllegung wiegt stärker als die kurzzeitige Verfügbarkeit höher Holzmengen am Markt. Wer dieses Argument anführe, habe den Sinn der Nachhaltigkeit nicht verstanden, so der Nordverband weiter.
Keine Erwähnung findet hingegen in der Berechnung die Verluste des Landes NRW durch die entfallenden Holzerlöse und der Zerstörung wirtschaftlicher Bereiche der Holzindustrie. Stattdessen werden Kosten für die Einrichtung und den Unterhalt des Nationalparkes von bis zu 10 Millionen Euro jährlich von dem ohnehin schon verschuldeten Land in Kauf genommen. Das vielfach gebrauchte Argument der touristischen Einnahmen ist spekulativ und wiegt die Kosten des Projektes bei weitem nicht auf.  
Der Verband weist darauf hin, dass Instrument des Naturschutzes Flächenstilllegungen im Wald nicht zunehmend als politisches Instrument zu missbrauchen, um vermeintlich Ansprüche einer zunehmend urbanisierten Gesellschaft zu befriedigen. Die breite Ablehnung vieler unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen im Teutoburger Wald zeuge von einer deutlichen Ablehnung des Nationalparkprojektes. Der Nordverband erinnert in diesem Zusammenhang an die Vereinbarung, einen Nationalpark nur mit Zustimmung der örtlichen Bevölkerung einrichten zu wollen, und hofft auf die Erfüllung wenigstens dieser Zusage.
 
Verband der Säge- und Holzindustrie Nord e.V.

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