Ein Verbändebündnis fordert Technologievielfalt für eine sozial ausgewogene Wärmewende. Beides sei durch die Einschränkung der Förderfähigkeit von Holzheizungen gefährdet.
Ein Verbändebündnis fordert Technologievielfalt für eine sozial ausgewogene Wärmewende. Beides sei durch die Einschränkung der Förderfähigkeit von Holzheizungen gefährdet.
|

Verbände warnen: Energiewende in Gebäuden nicht ausbremsen!

03. November 2022
Ein Bündnis aus fünf Fachverbänden warnt vor Fehlentwicklungen in der Heizungsförderung und daraus folgend davor, dass die Wärmewende im Gebäudesektor zum Erliegen kommen könnte. Sie sprechen sich gegen eine Verschärfung der Förderbedingungen für Holz- und Pelletfeuerungen aus.

Die Bundesregierung drohe mit ihren Planungen zur Umgestaltung der Förderung beim Heizungstausch die Energiewende im Gebäude zu stoppen, so die Warnung der Verbände. Holz- und Pelletfeuerungen haben bislang den Löwenanteil der CO2-Einsparungen erbracht und dies zu moderaten Kosten, wie die hohe Nachfrage bei Hausbesitzern in den letzten Jahren gezeigt habe.

Soziale Schieflage befürchtet

Mit dem aktuellen Vorschlag überzogener Anforderungen an Effizienz und Emissionen, zusammen mit einer gekoppelten Solarpflicht, drohe das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) diese Erfolgsgeschichte nun zu beenden. Dabei werde übersehen, dass hierunter vor allem finanzschwache Besitzer älterer, ungedämmter Gebäude leiden würden. Die Branchenverbände sagen für die Energiewende damit eine soziale Schieflage voraus und fordern das BMWK auf, die Anforderungen für die Förderfähigkeit von Holz- und Pelletfeuerungen nicht zu ändern.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sei in den letzten beiden Jahren eine Erfolgsgeschichte gewesen. Innovative und klimafreundliche Wärmelösungen haben sich zunehmend am Markt durchgesetzt. Dieser Entwicklung drohe ein abruptes Ende. Nachdem die Bundesregierung im Sommer bereits die Mittel für die BEG stark gekürzt habe, sollen nun durch überzogene technische Anforderungen und eine verbindliche Solarpflicht moderne Feuerungen auf Holz- und Pelletbasis komplett von der Förderung ausgenommen werden. Hausbesitzer könnten beim Heizungstausch nicht mehr unter allen für sie geeigneten Lösungen frei wählen, wenn sie eine Förderung für die Investition benötigen.

Verschärfung ist kontraproduktiv

Dazu erklären die Verbände BDH, DEPV, FvH, IH und HKI: „Das Vorgehen der Bundesregierung bei der Begrenzung der Förderung von Holz- und Pelletfeuerungen durch verschärfte technische Anforderungen in der BEG ist kontraproduktiv für den Klimaschutz und eine sozialverträgliche Wärmewende. Diese Anlagen machen bislang den Großteil der durch die Förderung angereizten CO2-Einsparungen aus und das mit vergleichbar geringem Fördermitteleinsatz. Es ist auch finanzpolitisch unverständlich, denn dem Bund drohen aktuell weitere Strafzahlungen an die EU, wenn die Klimaziele im Gebäudesektor auch in den nächsten Jahren verfehlt werden.“

Unter der geplanten Änderung werden vor allem sozial schwächer gestellte Hausbesitzer leiden, deren Gebäude häufig in einem schlechten energetischen Zustand sind und einen hohen Wärmebedarf aufweisen, warnen die Verbände. Diese Gebäude seien zur Umrüstung auf moderne Holzenergie prädestiniert, da das meist mit wenig Aufwand und ohne teure Begleitinvestitionen möglich ist. Mit dem geplanten Kahlschlag bei der Förderung schließe der Bund viele dieser Gebäudebesitzer von der Energiewende aus.

Forderung: BEG anpassen!

In den letzten Jahren seien viele alte Ölheizungen durch hochmoderne Holzfeuerungen heimischer Herstellung ausgetauscht worden. Diese Entwicklung drohe mit den geplanten neuen Förderbestimmungen beendet zu werden. Die Wahl der Hausbesitzer würde, für den Fall, dass sie sich für Holz- und Pelletkessel entscheiden, vor allem auf technisch rudimentäre Feuerungen fallen, die bei gesetzlichen Vorgaben in Sachen Effizienz und Luftreinhaltung allenfalls den gesetzlichen Mindeststandard einhalten.

Die unterzeichnenden Verbände fordern die Bundesregierung auf, im Sinne der Energiewende im Gebäudebereich und vor allem auch zur sozialen Ausgewogenheit dieses Vorhabens, die zum 1. Januar 2023 geplante Änderung bei den Anforderungen an die Förderfähigkeit von Holzfeuerungen umgehend anzupassen.

Die ausführlichen Stellungnahmen der Verbände zur BEG-Novelle finden Sie hier.

Quelle: BDH, DEPV, FvH, IH, HKI