Holzindustrie, -verbände

Verbände veröffentlichen Internationales Holzmanifest

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Am 28. Oktober, am Vorabend des Weltklimagipfels in Glasgow, haben mehrere Holzverbände in London ein internationales Holzmanifest vorgestellt. Die Verbände plädieren damit für eine stärkere Verwendung von Holz sowohl beim Bauen als auch bei der Renovierung. Das Manifest ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der europäischen Holzindustrie und ihren Kollegen in Kanada, den USA, Neuseeland und Australien. Ziel sei, so die Verbände, die Vermeidung einer Klimakatastrophe.

Sampsa Auvinen, Vorsitzender des europäischen Dachverbands CEI-Bois, kommentierte das Manifest: „Holz ist das einzige nachhaltige Baumaterial, das weltweit wächst und auf der Grundlage bestehender Geschäftsmodelle und bewährter Technologie eine erhebliche Dekarbonisierung der gebauten Umwelt ermöglichen kann, indem es Kohlenstoffsenken in den ländlichen Gebieten und Kohlenstoffspeicher in den Städten bereitstellt“.

Holz als Lösung der Klimakrise

EOS-Präsident Herbert Jöbstl fügte hinzu: „Eine beachtliche Anzahl von Ökobilanzstudien kommt zu dem Schluss, dass Holz im Vergleich zu anderen Baustoffen eine klimafreundliche Alternative ist, da seine Herstellung nicht nur weniger CO2-intensiv ist, sondern auch Kohlenstoff langfristig bindet. Das Bauen mit Holz ist ein Teil einer nachhaltigen Wachstumsstrategie für den Forstsektor, die dem Bausektor helfen kann, seinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren.“

Der CEO der Australian Forest Products Association, Ross Hampton, erklärte, Studien der Vereinten Nationen haben gezeigt, dass Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern die größte Wirkung hinsichtlich der Bindung von Kohlenstoff hat.

Und der Weltklimarat (IPCC) kommt in seinem vierten Sachstandsbericht zu folgendem Schluss: „Eine nachhaltige Waldbewirtschaftungsstrategie, die darauf abzielt, die Kohlenstoffvorräte der Wälder zu erhalten oder zu erhöhen, während gleichzeitig ein nachhaltiger Ertrag an Holz, Fasern oder Energie aus dem Wald erzielt wird, wird den größten nachhaltigen Minderungsnutzen erzielen.“

Fünf Kernforderungen

Als Konsequenz aus der Erkanntnis, dass Holz das beste Mittel ist, um die Klimaerwärmung zu bekämpfen, stelle die Verbände fünf Kernforderungen an die Politik.

1. Ökobilanzen und Umweltproduktdeklarationen für alle Bauvorhaben
2. Mehr Holzverwendung bei Neubau und Renovierung
3. Vorantreiben einer nachhaltigen öffentlichen Beschaffung
4. Ressourceneffiziente Nutzung von Holz und Holzrecycling fördern
5. Mehr Ausbildung und mehr Arbeitsplätze für eine zirkulären Bioökonomie

Holz müsse eine erheblich weitere Verbreitung im weltweiten Bauwesen finden, denn sein Potenzial, die Klimaerwärmung abzumildern, sei enorm. Basierend auf existierenden Geschäftsmodellen und bewährter Technologie speichere Holz Kohlenstoff und ersetze fossile Rohstoffe und trage so zu Reduktion der CO2-Emissionen des globalen Gebäudebestands bei.

Download Holzmanifest (engl.)

Quelle: EOS, CEI-Bois