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Verantwortung für den Wald wagen

Verantwortung für den Wald wagen

Wälder sind wertvoll, endlich und gefährdet. Diesen Satz unterschreiben mittlerweile die meisten Verbraucher in Deutschland, denn viele haben schon einmal etwas vom illegalen Raubbau an Lebensräumen im Wald gehört. Die gemeinnützige Organisation Forest Stewardship Council (FSC) wies am 30. September, dem FSC Friday, weltweit auf die Chancen einer alternativen verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung hin.Vor einigen Jahren kannten nur wenige Verbraucher das FSC-Zeichen für Holz- und Papierprodukte, deren Rohstoffe aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft oder aus Recycling stammen. Produkte mit dem Siegel, welches einen stilisierten Baum mit Check-Haken und dem Schriftzug FSC zeigt, waren nur bei einigen Händlern mit einer ambitionierten Nachhaltigkeitsstrategie zu bekommen. Inzwischen kennen bereits über 53 % der Verbraucher in Deutschland das FSC-Zeichen für Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft, wie aktuell eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag von WWF Deutschland und FSC Deutschland ergab. Damit stieg die gestützte Bekanntheit des FSC in Deutschland innerhalb von 7 Jahren um über 40 %. Fragt man Verbraucher frei nach einem Siegel für nachhaltige Holz- und Papierprodukte, so nennen 13 % das FSC-Zeichen, auch diese sog. ungestützte Bekanntheit des FSC-Zeichens unterstreicht die in den letzten Jahren stark gewachsene Bedeutung des FSC.Vertrauen ist ErfolgsgrundlageEin sehr hohes Maß an Verbrauchervertrauen stützt den FSC bei seinem Bemühen, die Waldbewirtschaftung weltweit nach verbindlichen ökologischen und sozialen Mindeststandards zu gestalten. Mit FSC gekennzeichnete Produkte stehen für ein Umdenken in der Forstwirtschaft und dem Umgang mit dem Lebensraum Wald und sie sind heute in nahezu allen Super- und Baumärkten zu finden. 79 % der Verbraucher, die das FSC-Zeichen kennen, vertrauen ihm. „Wir sind dankbar für dieses hohe Maß an Vertrauen, dass uns als unabhängige Organisation entgegen gebracht wird. Zugleich nehmen wir dies auch als Ansporn, unser System stetig weiterzuentwickeln, denn ein unabhängiges anspruchsvolles Zertifikat benötigt regelmäßig den Realitäts-Check. Dazu gehört dann auch, die eigenen Regeln regelmäßig in Frage zu stellen und zu überarbeiten. Wir gestalten dies in offenen Verfahren, bei denen am Ende alle beteiligten Interessengruppen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Wirtschaft auf Augenhöhe mitentscheiden“, unterstrich Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer beim FSC Deutschland.Global gehen auch in diesem Jahr die Zahlen für den FSC stetig nach oben. Die weltweit zertifizierte Waldfläche liegt bei über 192 Mio. ha (ein Plus von 4,5 % in zwölf Monaten). Die Zahl der Zertifikate in der Verarbeitungskette kletterte über die Marke von 30.000. Innerhalb von zwölf Monaten gab es hier somit ein Plus 6 %. Damit können heute über 50.000 Unternehmen Produkte aus verantwortlicher FSC-Waldwirtschaft kennzeichnen und einen Beitrag dazu leisten, dass uns auf der Welt der Wald und die Luft nicht ausgehen.Hintergrund:

Der Forest Stewardship Council® (FSC®) ist eine internationale, gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, mit Hilfe eines Siegels ökologisch und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung global auf Produkten sichtbar zu machen. Weltweit sind über 191 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert, in Deutschland sind es rund 1,15 Million Hektar Wald (Stand: Juli 2016).
In deutschen Wäldern steht der FSC u.a. für eine Waldwirtschaft, die den Wald nicht übernutzt, die ökologische Vielfalt fördert und ohne Kahlschläge, Gentechnik und Pestizide auskommt. FSC setzt sich hier für die Mehrung natürlicher Mischwälder, für den Schutz seltener Arten und Ökosysteme sowie für faire Entlohnung und mehr Bürgerbeteiligung ein. Als einziges Waldzertifizierungssystem wird FSC von Umwelt – und Sozialverbänden wie z.B. WWF, Greenpeace, NABU, BUND und IG BAU, IG Metall unterstützt. Die Zertifikatsvergabe erfolgt durch unabhängige Dritte und wird jährlich überprüft.
FSC Deutschland

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