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Deutsche Sägeindustrie 2010 gestärkt und für 2011 vorsichtig optimistisch

Deutsche Sägeindustrie 2010 gestärkt und für 2011 vorsichtig optimistisch

Die deutsche Sägeindustrie hat das zurückliegende Jahr deutlich gestärkt abgeschlossen. Wie RA Rolf Burdack, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) mitteilte, konnte die deutsche Sägeindustrie nach dem drastischen Produktionseinbruch in 2009 im Jahr 2010 wieder deutlich zulegen.

Nadelschnittholz 2010
 
Beim Nadelschnittholz stieg die Produktion 2010  (die Daten des vierten Quartals stehen noch aus) hochgerechnet auf 21,2 Mio m³ und damit um gut 7 %. Raue Ware stieg überdurchschnittlich um gut 10 % auf ca. 17,7 Mio m³ an, während sich die Hobelware- Produktion nur verhalten um 5 % auf 3,5 Mio. m³ erhöhte.
Insbesondere der Export von Nadelschnittholz war im Jahr 2010, so Burdack, aus deutscher Sicht enttäuschend. Mit 6,8 Mio m³ (nach den vorläufigen Daten, die endgültigen Daten liegen erfahrungsgemäß nochmals leicht höher) lag des Export nur 3,7 % über dem Krisenjahr 2009. Vom Export gingen damit erneut keine nennenswerten Impulse für den Inlandsmarkt aus. Innerhalb Europas haben Großbritannien, Österreich und die Niederlande mehr deutsches Holz abgenommen. Deutlich zugenommen haben die Ausfuhren nach China, Saudi-Arabien und Ägypten. Kräftige Verluste waren nach Italien, den USA und in die Vereinigten Arabischen Emirate zu verzeichnen.
Die Importe haben um 7,8 % auf 3,8 Mio m³ zugenommen. Stark ausgeweitet wurden die österreichischen Lieferungen sowie die Bezüge aus Finnland und den osteuropäischen Staaten. Deutlich weniger lieferten Schweden und Finnland.
Der Inlandsverbrauch von Nadelschnittholz ist damit im Jahr 2010 um 8,8 % deutlich auf 18,3 Mio m³ angestiegen und hat damit die deutliche Erholung der Inlandsproduktion ermöglicht. Burdack weist darauf hin, dass um die Ausweitung der Produktion bei begrenztem Inlandsangebot zu ermöglichen, in deutlich höherem Umfang auf Stammholzimporte zurückgegriffen wurde. Die Importe von sägefähigem Stammholz stiegen in 2010 um gut ein Drittel auf 4,1 Mio Fm, davon 3 Mio Fm Fichte/Tanne und 910.000 Fm Kiefer. Gleichzeitig gingen die Exporte um knapp 20 % auf 1,8 Mio Fm zurück.
Laubschnittholz 2010

Auch beim Laubholz stieg die Inlandsproduktion im Jahr 2010 – und hier mit insgesamt gut 13 % auf 910.000 m³ überraschend stark. Die Mehrproduktion ging allerdings fast ausschließlich in den Export, der mit 376.000 m³ beim Buchenschnittholz um knapp 15 % und mit 111.000 m³ beim Eichenschnittholz um 26 % anstieg. Bei der Buche konnte vor allem der Fernabsatz nach China, Indien und Malaysia, aber auch in die USA gesteigert werden.
 
Umsatz 2010

Der Umsatz der Sägewerke (erfasst werden 120 Betriebe von ca. 2000 mit 50 und mehr Beschäftigten) stieg im Jahr 2010 um 25,3 % auf 3,5 Mrd. €. Der Umsatz der gesamten Branche dürfte, so die Einschätzung von Burdack, bei 5,3 Mrd. € liegen.

Auf die Gesamtbranche hochgerechnet dürfte die Anzahl der Beschäftigten bei deutlich über 23.000 Personen liegen.
 
Erwartungen 2011
 
Bezüglich der Erwartungen der Branche für 2011 gibt sich Burdack vorsichtig optimistisch. Der Inlandsverbrauch wird voraussichtlich wieder der bestimmende Faktor sein. Hier ist mit einer weiteren vorsichtigen Belebung im Zuge der konjunkturellen Entwicklung, aber auch mit Impulsen aus dem Verpackungsbereich angesichts des starken Exportes der Maschinenindustrie zu rechnen. Aus dem europäischen Ausland wie auch aus den Fernabsatzmärkten sind bei anhaltenden Unsicherheiten auf den Finanzmärkten keine wesentlichen den Export von Schnittholz bestimmenden Impulse zu erwarten. Die arabischen und afrikanischen Märkte sind für die deutschen Säger nicht die Hauptabsatzmärkte. Inwieweit sich die aktuellen politischen Veränderungen auf den deutschen Export direkt oder indirekt über Österreich, das auf diesen Märkten stärker engagiert ist auswirken, bleibt abzuwarten.
Auf der Beschaffungsseite wird das bei der Fichte begrenzte Inlandsangebot ein limitierender Faktor bleiben. Es bleibt nach wie vor vordringlich, ein ausreichendes Rundholzangebot auf den Markt zu bringen. Der starke Preisanstieg beim Rundholz ist trotz zwischenzeitlich gestiegener Schnittholzpreise noch nicht vollständig am Markt umgesetzt. Zu erwarten ist, dass die Schnittholzpreise mit der zu erwartenden Belebung der Nachfrage nochmals anziehen. Dies ist auch betriebswirtschaftlich notwendig, um die auseinanderlaufende Preisschere zwischen den Schnittholzerlösen und den vorauseilenden Rundholzpreisen wieder zu schließen und die stark belastete Ertragslage der Betriebe zu entlasten. 
VDS

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