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VDS-Mittelstandsforum war ausgebucht

VDS-Mittelstandsforum war ausgebucht

Der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS) hatte den Sägern am 27.7.2012 ein Mittelstandsforum angeboten, das auf ausgesprochen gute Resonanz bei den Unternehmen gestoßen ist. Über 40 Säger aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich zu einem Tagesseminar in Biebelried bei Würzburg angemeldet. Zufrieden zeigte sich daher der Geschäftsführer des VDS, RA Rolf Burdack, der darauf hinwies, dass die Tagesveranstaltung aufgrund der Räumlichkeiten „ausgebucht“ sei. Aktuelle Themen standen auf der Tagesordnung:

• „Was Banken von den Sägern erwarten“, unter diesem Thema gab Manfred Schwärzer von der Unternehmensberatung Schwärzer & Partner, München, eine Reflektion des vom VDS vor kurzem durchgeführten Analystenseminars für Bankanalysten. Für die Unternehmen ist wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien Bankanalysten arbeiten und wie Kreditentscheidungen durch sinkende Kapazitätsauslastungen und steigenden Kreditbedarf aufgrund stark gestiegener Rundholzpreise tangiert werden. Die Einstufung des Unternehmens in Ratingklassen zwingt die Banken zur entsprechenden Hinterlegung des Kreditvolumens mit Eigenkapital, dies variiert bei AAA mit 1,6 % bis hin zu B und schlechter mit 12 %. Zudem mussten die Banken in den letzten Jahren aus der Branche hohe Verluste hinnehmen.

• Das Ergebnis des Prämienvergleichs zur Feuer- und FBU-Versicherung in der Sägeindustrie stellte Horst-Peter Stein von AdVertum Versicherungsmakler Stuttgart/Berlin vor. Die maßgeblichen Versicherer haben die Beiträge kräftig erhöht, auch weiter sind Erhöhungen geplant. Der organisatorische und anlagentechnische Brandschutz gewinnt weiter an Bedeutung.

• Zur aktuellen Situation der Bayerischen Versicherungskammer, die offenbar begonnen hatte, Sägewerke nicht mehr weiter zu versichern konnte Peter Fickler, Vorsitzender der Fachgruppe der bayerischen Sägeindustrie berichten, dass nach Interventionen des Verbandes über die Landkreise und Sparkassen aktuell die Zusage besteht, keine Sägewerke unterhalb von 5 Mio. Versicherungssumme aus der Versicherung zu nehmen.

• Die anhaltenden Veränderungen am Schnittholzmarkt zwingen viele Bauholzsägewerke zum Überdenken ihrer Unternehmensstrategie. Ulf Weber von Schwärzer & Partner ging in seinem Referat „Müssen sich die Nadelholzsägewerke neu aufstellen?“ auf die veränderten Marktbedingungen und die aktuelle Problemstellung ein. Mit einem ganzheitlichen Verständnis der Wertschöpfung und unter Beachtung der produktionsbezogenen und kundenbezogenen Wertschöpfung ist das Ziel bessere Ergebnisse zu erzielen. Wesentlicher Punkt seiner Überlegungen war die Suche nach innovativen Verwertungsmöglichkeiten und potenziellen Hauptware-Produkten.

• Der aktuelle Rund- und Schnittholzmarkt beim Nadelholz mit Kurzbeiträgen von Andreas Harling, Reinhard Müller-Gei und Hans-Joachim Baur bildete den letzten Tagesordnungspunkt.

– Wenngleich aus einigen Regionen über eine ausgesprochen knappe Versorgung berichtet wurde, ist doch allgemein von einer im Hinblick auf die derzeitige Ferienzeit doch durchaus ausreichenden Versorgung mit Nadelstammholz auszugehen. Aus allen Regionen wird von minimal rückläufigen Stammholzpreisen bei dem Leitsortiment Fichte B bzw. B/C 2b berichtet. Im Norden liegt Fichte B/C 2b nach Preisrücknahmen bei 92 bis 94 €/Fm. In Baden-Württemberg tendiert das Leitsortiment bei der Fichte B/C bei 95 bis 97 €/Fm. Aus Bayern wird eine Preisspanne von 85 bis 98 €/Fm für Fichte B im Staatsforst gemeldet, einzelne Abschlüsse bis zu 102/103 €/Fm. 75 bis 80 % der Nadelholzmenge der BaySF geht an Großkunden und in Langfristverträge. Der Privatwald tendiert bei 95 €/Fm + 2 € Vermarktungspauschale. Thüringen im Staatswald 91 €/Fm, bei ForstBW auch leicht höher.

– Massenware läuft derzeit etwas schwächer, Verpackungsware stabilisiert sich, ist aber abhängig vom weiteren Verlauf des Exports der deutschen Industrie. Der Schnittholzexport ist weiter deutlich rückläufig. Überraschend dann aber auch die Feststellung, dass der Bauholzpreis weitestgehend stabil tendiert, die Ferienzeit offenbar kein Auslöser für Preissenkungen bei diesem wichtigen Marktsegment war. Die in Baden-Württemberg durch den Gewittersturm angefallenen Mengen sind nach Aussagen der Säger nur sehr schwierig verwendbar, da übermäßig hohe Anteile von zersplittertem Holz eine Verwendung in der Sägeindustrie weitgehend ausschließen. Die Restholzpreise haben sich offenbar stabilisiert und für das 3. Quartal bestehen gewisse Erwartungen. Vielfach werden Sägespäne auch alternativ in der Tierhaltung eingesetzt.

Andreas Harling, stv. Vorsitzender des VDS, zog zum Ende der Veranstaltung dann auch ein positives Resümee und wünschte sich eine Fortsetzung dieser Veranstaltung. 

VDS

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