Holzverkauf und Holzpreise

US-Holzmarkt im Rückblick

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der Preis für Schnittholz auf dem US-Holzmarkt ist im Mai auf ein beispielloses Rekordhoch geklettert. Wood Resource Quarterly (WRQ) geht den Ursachen für den Preisboom nach, der zu einem massiven Anstieg der Schnittholzexporte aus Europa in die USA geführt hat.

Die Schnittholzpreise in den USA sind in den ersten Monaten dieses Jahres sind auf nie dagewesene Niveaus gestiegen. Wood Resources Quarterly (WRQ) geht der Frage nach, wo die Ursachen dafür liegen.

Preis verdreifacht

Im Mai 2021 lagen die Durchschnittspreise mehr als dreimal so hoch wie zwölf Monate zuvor. Ein Standard-Dimensionsholz 2×4 Zoll, Kiefer im Süden der USA kostete im Mai 2020 beispielsweise 270 US$/m3, FOB Sägewerk. Im Mai 2021 kostete die gleiche Dimension 800 US$/m3 verkauft. Mittlerweile sind die Schnittholzpreise von ihren Rekordwerten im Mai schon wieder u m 60 % gefallen, was aber immer noch ein überdurchschnittlich hohes Preisniveau bedeutet.

Die vorher nie dagewesene Marktlage wurde durch mehrere Faktoren ausgelöst, darunter eine massiver Anstieg der Baustarts in den USA um knapp 40 % innerhalb eines Jahres und eine anhaltend hohe Holznachfrage im Reparatur- und Umbausektor, beides forciert durch die US-Coronahilfen. Dazu kamen niedrige Holzbestände in der gesamten Lieferkette, Arbeitskräftemangel im Transport- und Verarbeitungssektor sowie eine Limitierung der Holzproduktion in den ersten Monaten des Jahres 2021.

Hamsterkäufe

Ähnlich wie in Deutschland hat die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Schnittholzmarktes in den USA zu Hamsterkäufen bei den Holzkunden geführt. Diese haben ganz entgegen den üblichen Marktgepflogenheiten wieder Lager aufgebaut, um für eine Holzknappheit im weiteren Jahresverlauf gerüstet zu sein. Mit der Dynamik der selbsterfüllenden Prophezeiung haben sie die Holzknappheit gerade damit befeuert.

In den ersten drei Monaten 2021 stieg die Schnittholzproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitrraum um 3 % in Kanada und in den USA um 1,3%. Die Produktion der Sägewerke konnte mit der rasant gestiegenen Schnittholznachfrage nicht schritthalten. Einerseits schränkte die nasse Witterung den Holzfluss zu den Werken ein, andererseits herrschte ein Mangel an Arbeitskräfte in der gesamten Lieferkette.

Holzimporte gestiegen

Die Holzimporte in die USA stiegen in den ersten vier Monaten 2021 um 15 % im Vorjahresvergleich. Kanada blieb der dominierende Lieferant, verlor jedoch Marktanteile. Die Schnittholzlieferungen aus Übersee in die USA erreichten Anfang 2021 einen Rekordanteil von 15 %, hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und Rumänien. Vor gut einem Jahr machte Schnittholz aus Europa und Lateinamerika nur 8 % der Gesamtimporte aus.

Obwohl die Schnittholzexporte aus Kanada in der zweiten Jahreshälfte 2020 anzogen, war es das vierte Jahr in Folge mit Rückgängen im Vorjahresvergleich. Das Exportvolumen ging auf 26 Mio. m3 zurück, gegenüber mehr als 33 Mio. m3 noch vor fünf Jahren. Hauptgrund ist das rückläufige Rundholzangebots in der Provinz British Columbia infolge der Vorratsverluste durch die zu Ende gegangene Borkenkäferkalamität. Die kanadischen Lieferungen in die USA stiegen gegenüber 2019 leicht, während die Verkäufe in alle anderen Märkte zurückgingen. Insbesondere die Schnittholzmengen nach China sind 2020 um 33 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.

Die gute Nachricht für kanadische Holzexporteure war der dramatische Anstieg der Preise der gelieferten Waren im letzten Jahr. Die durchschnittlichen Exportpreise für Schnittholz für den US-Markt lagen im April 2021 mehr als dreimal so hoch wie im gleichen Monat 2020.

Quelle: WRQ