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Urwaldautobahn entsteht in Schleswig-Holstein

„Urwaldautobahn“ entsteht in Schleswig-Holstein

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten nehmen einen 17 ha großen Waldstreifen vollständig und dauerhaft aus der Nutzung. Herlich Marie Todsen-Reese, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sowie weitere Kooperationspartner erläuterten am 3. Februar die Besonderheiten an der Zusammenarbeit zur Sicherung des Naturwaldbandes. „In einem 40 m breiten Waldstreifen quer durch den Kiebitzholmer Forst bei Negernbötel im Kreis Segeberg wird die Nutzung vollständig und dauerhaft aufgegeben“, sagte Todsen-Reese.
Das sogenannte „Naturwaldband“ wird sich von der Grünbrücke über die A 21 bis zum Kiebitzholmer Moor, Teil der europäischen Schutzgebietskulisse „Natura 2000“, ziehen und die Ausbreitung besonders anspruchsvoller Waldarten unterstützen. Scherer: „Durch dieses bundesweit bisher einmalige Naturwaldband werden auch störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten, die auf Totholz und naturnahe Waldstrukturen angewiesen sind, eines Tages die Grünbrücke erreichen können. Wir geben heute sozusagen ein Stück Deutschlands erster ‚Urwaldautobahn‘ für Tiere und Pflanzen frei!“
„Die Holsteiner Lebensraumkorridore haben bundesweite Bedeutung, denn sie veranschaulichen als Leuchtturmprojekt, wie im Zusammenwirken einzelner Akteure und Interessensgruppen Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt umgesetzt werden können“, betonte Todsen-Reese. „In der Rolle der Projektleitung sind wir in der Stiftung stolz darauf, dass sich so viele Projektpartner engagieren und die Menschen der Region die Projektziele so tatkräftig unterstützen. Heute freue ich mich natürlich ganz besonders, dass dank der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ein Stück Wirtschaftswald wieder zum Urwald werden kann“, sagte Todsen-Reese.
Das Projekt Holsteiner Lebensraumkorridore
Autobahnen und Bundesstraßen trennen Lebensräume und stellen für Tiere und Pflanzen oft unüberwindbare Barrieren dar. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Projektträgerin der Holsteiner Lebensraumkorridore will zusammen mit den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dem Deutschen Jagdschutzverband, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, dem Wildpark Eekholt sowie dem Institut für Natur- und Ressourcenschutz der Universität Kiel neue verbundene Freiräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Damit wird bundesweit erstmalig die großräumige Wiedervernetzung von Naturschutzflächen über eine Grünbrücke hinweg in Angriff genommen. Das Projektvolumen beträgt rund eine Million Euro. Davon werden zwei Drittel durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums finanziert. Ein Drittel der Gesamtsumme wird durch Eigenfinanzierung der Projektpartner getragen.
 
 

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

 
SHLF

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