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Uralt-Bäume im Blick

Uralt-Bäume im Blick

Sachverstand aus England holten sich die Naturschutzförster der Niedersächsischen Landesforsten. Zwei Tage lang diskutierten sie in Theorie und Praxis die Bedeutung und die Möglichkeiten des Erhaltes von Uraltbäumen, die für die Biodiversität in den Wäldern der Landesforsten eine außerordentliche Rolle spielen. Als Referent eingeladen war Neville Fay vom Ancient Tree Forum (Forum Veteranenbäume) in Großbritannien. Er erläuterte eindrucksvoll, wie uralte Bäume ein eigenes Ökosystem ausbilden, welche Bedeutung sie für die Artenvielfalt haben und wie man sich in England der Pflege dieser Bäume widmet, um ihren ökologischen Wert möglichst lange zu erhalten.
Auf Einladung des Niedersächsischen Forstamtes Neuenburg war Neville Fay in den Hasbruch gekommen, um aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung beim Erhalt und der Pflege von Uraltbäumen insbesondere in Südengland zu berichten. „Die englischen Untersuchungen, die einen alten Baum als eigenes Ökosystem betrachten, welcher mit benachbarten Altbäumen vernetzt ist, sind beeindruckend“ so Jörn Schöttelndreier, für das Forstamt zuständiger Waldökologe.
Der Referent beleuchtete die komplizierten Abläufe der Lebensgemeinschaften im Baum und im dazugehörigen Boden, die in ihrer Komplexität wenig erforscht sind. Dagegen gibt es gute Erkenntnisse, wie sich Uraltbäume natürlich regenerieren. „Alte Bäume haben verschiedene Überlebensstrategien und daraus leiten die englischen Kollegen langfristige Erhaltungsmaßnahmen für jeden wertvollen Baum ab.“ So Ludwig Stegink-Hindriks, der den Kontakt zum Ancient Tree Forum in England herstellte.
Nach der praktischen Diskussion im Hasbruch am Beispiel alter Eichen und Hainbuchen, fuhr Neville Fay weiter, um bei Springe südlich von Hannover die Möglichkeiten zum Erhalt uralter Eichen im Wisentgehege der Landesforsten zu untersuchen. Dort spielt der Schutz der Gehegebesucher vor den von alten Bäumen ausgehenden Gefahren eine zusätzliche Rolle.
NLF

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