Holzindustrie, -verbände

UPM verkauft Standort Steyrermühl an Heinzel Papier

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

UPM hat eine Vereinbarung über den Verkauf von 100 % der Anteile an seiner österreichischen Tochtergesellschaft UPM Kymmene-Austria GmbH an die Heinzel Group unterzeichnet, einem führenden Zellstoff-, Verpackungs- sowie Papierhersteller und -händler in Zentral- und Osteuropa.

Die Transaktion umfasst den Standort UPM Steyrermühl mit etwa 400 Mitarbeitenden, die Zeitungsdruckpapiermaschine mit einer Kapazität von 320.000 t/a und das Sägewerk Steyermühl mit einer Schnittholz-Kapazität von 370.000 m3/a. Sie soll Ende 2023 abgeschlossen werden. Die Vertragsparteien haben vereinbart, den Verkaufspreis nicht zu veröffentlichen.

Aus für Produktion grafischer Papiere

Am Standort Steyrermühl betreibt UPM heute eine Papiermaschine für die Herstellung von Zeitungspapieren, ein Sägewerk und eine Reststoffverbrennungsanlage, die gemeinsam mit Heinzels Laakirchen Papier AG betrieben wird. UPM plant, den Betrieb am Standort bis Ende 2023 unverändert fortzusetzen und dann die Produktion von grafischen Papieren einzustellen.

Bis dahin prüft Heinzel die Umstellung der Produktion von Zeitungspapieren aus Verpackungspapiere. Diese Evaluierung werde nicht nur die derzeit laufende Papiermaschine umfassen, sondern auch die zweite Papiermaschine in Steyrermühl, die UPM 2017 stillgelegt hat.

Nachhaltige Verpackungspapiere und Energie

Die Heinzel Group produziert heute an den Standorten Pöls, Laakirchen und Raubling unterschiedliche Papiere für flexible Verpackungen (sog. Kraftpapiere) und rigide Verpackungen (sog. Containerboard). In Steyrermühl will man das Produktsortiment ab 2024 ergänzen. „Wir sehen große Chancen in den schnell wachsenden Märkten für nachhaltige Verpackungspapiere“, sagt Sebastian Heinzel, CEO der Heinzel Group.

Darüber hinaus werde man prüfen, Steyrermühl zu einem Versorgungszentrum für Wärme und Energie für die Gemeinde Laakirchen und die Papierfabrik Laakirchen weiterzuentwickeln, die sich in unmittelbarer Nähe befinden.

Fest steht, dass mit diesem Schritt der Markt für Zeitungsdruckpapiere weiter schrumpft. UPM will den österreichischen Zeitungsmarkt künftig von seinen Werken Schongau, Ettringen, Hürth und Jämsänkoski aus beliefern.

Quelle: UPM, Heinzel Group