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Unzureichender Pflanzenschutz bei Rundholz-Exporten

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) sieht erhebliche Gefahren durch unzureichende Pflanzenschutzstandards bei außereuropäischen Rundholz-Exporten. Holz aus Deutschland dürfe nicht in Verdacht geraten, mit schädlichen Organismen kontaminiert zu sein.Problem. Während beim Schnittholz vor dem Export effektive Trocknungs- und Dämpfungsmethoden angewandt werden, besteht beim Rundholz noch kein ausreichender phytosanitärer Schutz. Aus Sicht der Sägeindustrie könnte dies weitreichende Folgen für den gesamten Wirtschaftssektor haben: „Im Falle einer Schädlingsverschleppung ins Ausland ist mit umfassenden Importverboten für alle entsprechenden Holzprodukte aus Deutschland zu rechnen“, mahnt DeSH-Generalsekretär Lars Schmidt. Während auf europäischer Ebene einheitliche pflanzenschutzrechtliche Regelungen gelten, sind beim Export in Drittländer bislang nur die phytosanitären Standards des jeweiligen Einfuhrlandes einzuhalten. Viele Einfuhrstaaten verlangen neben einer Ausfuhrbeschau zwar auch eine phytosanitäre Behandlung. Eine wirkungsvolle Erhitzung wie beim Schnittholz ist aber aufgrund der entwertenden Folgen beim Rundholz nicht möglich. Gängiges Verfahren ist die Begasung in luftdichten Containern mit Sulfuryldifluorid (SF). Für Schmidt birgt diese Methode aber Gefahren: „Die Wirksamkeit ist stark von Begasungsdauer, Gasmenge und der Umgebungstemperatur abhängig. Eine Kontrolle dieser Behandlungsparameter findet aber im seltensten Fall statt.“ Zuständig hierfür sind die Pflanzenschutzdienste auf Länderebene. Meist werde jedoch nur stichprobenartig geprüft. Auch die Sichtkontrolle würde in einigen Bundesländern nicht ausreichend durchgeführt.Sollten Schädlinge durch eine unzureichende oder fehlerhafte Begasung des Holzes ins Ausland gelangen, ist mit strikten Reaktionen zu rechnen. „Man kann davon ausgehen, dass als Folge der Haftungsproblematik und zum Schutz vor potenziellen Gefahren auch nicht direkt betroffene Staaten Importverbote aussprechen würden“, erklärt Schmidt.Beispiel. Ein Beispiel ist das sog. Eschentriebsterben durch Pilzbefall. China als wichtigster Handelspartner habe einen Einfuhrstopp verhängt. „Der Schaden für die deutsche Holzwirtschaft liegt hier jährlich im sechsstelligen Bereich“, schätzt Schmidt. Weitaus gravierender wäre ein ähnliches Szenario aber bei der viel exportierten Buche. Sollte dieser Markt infolge eines Einfuhrverbotes wegbrechen, sei mit einem wirtschaftlichen Verlust von mindestens 60 Mio. € pro Jahr zu rechnen.Forderungen. Die phytosanitären Standards und deren Kontrolle reichen beim Rundholz noch nicht aus, so Schmidt. Daher gelte es zu diskutieren, welche Standards sich Rundholz-Exporteure selbst setzen können, um Flora und Fauna in anderen Ländern zu schützen und den Absatzmarkt zu sichern. Für eine bundesweit einheitliche Regelung fordert der DeSH mindestens eine flächendeckende Ausfuhrbeschau sowie eine verlässliche Kontrolle und Dokumentation der Behandlungsparameter bei phytosanitären Maßnahmen. Einen wirksamen Schutz könne hier eine in Zeit und Temperatur korrekt durchgeführte Begasung mit Sulfuryldiflourid (104 g/ m³) bewirken. Die geforderte Behandlung gegen Schadorganismen sei bei Schnittholz wesentlich aufwändiger und kostenintensiver als bei Rundholz. Auch die Kontrollen würden sich umfassender gestalten. Fachlich begründet seien diese unterschiedlichen Maßstäbe aber nicht. „Dies wiegt umso schwerer, da die Schnittholz kontrollierenden Fachministerien und Landesbetriebe selbst als Rundholzexporteure agieren“, kritisiert Schmidt und regt auch die Entrindung des Rundholzes an, um Substrat und Mikroorganismen vor dem Export zu beseitigen und eine genauere Sichtprüfung zu ermöglichen.

DeSH/Red.

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