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Untersuchungsprogramm für Wisente

Untersuchungsprogramm für Wisente

Um einer genetischen Verarmung der in Gefangenschaft lebenden Europäischen Wisente vorzubeugen, koordiniert das Niedersächsische Forstamt Saupark ein deutschlandweit angelegtes Untersuchungsprogramm. Dafür werden 550 Tiere einer DNA-Analyse unterzogen. Forstamtsleiter Joachim Menzel: „Das Wisentgehege Springe übernimmt die Organisation für die Untersuchung der 80 in Deutschland vorkommenden Herden, um die Erhaltungszucht der Wisente in Deutschland zu professionalisieren.“
Um der Inzuchtgefahr vorzubeugen, bedarf die Wisentzucht einer planmäßigen Steuerung auf gesicherter wissenschaftlicher Basis. Vordringlich ist zurzeit eine DNA-Analyse der einzelnen Tierbestände. Das genetische Material wird durch Stanzproben gewonnen. Gegenüber einer Blutprobe hat dies den Vorteil, dass die Tiere nicht narkotisiert werden müssen. Die Proben werden zentral am Institut für Tiergenetik der Universität Warschau untersucht. Zur Förderung der Akzeptanz und des Mitmachens wurden bereits alle Züchter zu Lehrvorführungen eingeladen und informiert.
Am Ende des 1. Weltkrieges war der Bestand des Europ. Wisent in freier Wildbahn erloschen. Lediglich 54 Tiere hatten in Tierparks und Zoologischen Gärten überlebt. Zwölf davon bilden den Ursprung der gesamten heutigen Population, die auf 4500 Tiere geschätzt wird. Hiervon leben europaweit etwa 3000 Tiere in Semireservaten oder der freien Wildbahn.
Das Projekt mit einem Gesamtkostenvolumen von 70 000 Euro wird maßgeblich von der Heinz-Sielmann-Stiftung, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, dem DBU Naturerbe (gemeinnützige Gesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt) und der Deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) finanziert.
 
NLF

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