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Magnetfeldwahrnehmung bei Füchsen

Wenn der Rotfuchs auf der Jagd ist, springt er nicht einfach so auf seine Beute zu. Er richtet sich unbewusst am Magnetfeld der Erde aus. Zu diesem überraschenden Schluss kommen Zoologen der Universität Duisburg-Essen und der Prager Agraruniversität, die über 80 Füchse bei fast 600 Jagdsprüngen beobachtet haben.
Die Ergebnisse der Arbeit von Dr. Sabine Begall, Prof. Dr. Hynek Burda, Prof. Dr. Jaroslav Cerveny und Kollegen sind in der Fachzeitschrift Biology Letters publiziert: Cerveny J., Begall S., Koubek P., Novakova P., Burda H. (12. January 2011): Directional preference may enhance hunting accuracy in foraging foxes. Biology Letters doi:10.1098/rsbl.2010.1145

„Erstaunlicherweise neigen die Füchse dazu, sich beim Orten der Beute und bei der Vorbereitung zum Sprung an der nordsüdlichen Kompassachse auszurichten“, berichtet Professor Burda. Hierbei spielen weder Wetterverhältnisse, noch Jahres- und Tageszeit eine Rolle, so dass man von einer magnetischen Ausrichtung und somit auch Magnetwahrnehmung beim Rotfuchs ausgehen kann. In hoher Vegetation (oder im Schnee) sind über 80 % der Sprünge in Nordrichtung (genauer Nordnordostrichtung) und ca. 60 % der in Südrichtung erfolgreich; die Erfolgsquote der Sprünge in andere Kompassrichtungen liegt dagegen bei weniger als 15 %. „Diese Beobachtungen liefern den ersten empirischen Hinweis für die theoretischen Überlegungen, dass magnetorezeptive Tiere mit ihrem Magnetkompass nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung messen können“, so Burda. Dieser magnetische Entfernungsmesser, der allerdings nur in Nord-Süd-Ausrichtung funktionieren kann, würde die Richtungspräferenz beim „Mausen“ erklären.

Die Wissenschaftler haben kürzlich die Magnetorezeption beim Hausrind, Rot- und Rehwild nachgewiesen. Mit dieser Arbeit zeigen sie, dass die Magnetfeldwahrnehmung bei Säugetieren weiter verbreitet ist als ursprünglich gedacht.

idw-online

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