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Klimaerlebnis Würzburg

Projekt „Klimaerlebnis Würzburg“

Der Oberbürgermeister von Würzburg, Christian Schuchardt, startete am 15. November das Projekt „Klimaerlebnis Würzburg“, welches vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der TU München koordiniert wird.

Vor allem Bäume sorgen in urbanen „Betonwüsten“ für Abkühlung und damit für ein verträglicheres Stadtklima: Ihre Kronen spenden Schatten, ihre Blätter verdunsten Wasser und kühlen damit die Luft. „Dieser Effekt ist zwar theoretisch gut zu erklären, aber wissenschaftlich fundierte Messungen dazu gibt es bislang nicht“, sagt Geografie-Professor und Klimaforscher Heiko Paeth von der Universität Würzburg. Das soll sich ändern – durch das neue Forschungsprojekt „Klimaerlebnis Würzburg“, an dem der Professor und sein Doktorand Christian Hartmann beteiligt sind.

Baumbestand, Bebauung und Klimawandel

Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie stark der Baumbestand und die Bebauung das Klima in der Stadt tatsächlich beeinflussen. Dazu installieren sie an sieben Stellen in Würzburg neue Wetterstationen – von der Innenstadt bis an den Stadtrand, von stark bebauten, baumfreien Standorten bis hin zu Gebieten mit viel Grün und wenigen Gebäuden. Die Stationen stehen am Ludwigskai direkt am Main, am Unteren Markt, am Paradeplatz hinter dem Dom, im Ringpark am Rennweg, an der Zu-Rhein-Straße im Stadtteil Frauenland, an der Rottendorfer Straße und am Hubland am Gelände der bayerischen Landesgartenschau 2018. „Wir messen Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag, Globalstrahlung und andere Werte“, erklärt Hartmann. Alle zehn Minuten werden die Werte gespeichert und via Funknetz auf einen Server der Universität geschickt. Die Messungen laufen mindestens drei Jahre lang, die wissenschaftliche Auswertung der Daten wird einen Großteil von Hartmanns Doktorarbeit ausmachen.

An den Mess-Standorten sind gleichzeitig Forscher von der Technischen Universität München aktiv. Ein Team um Projektleiter PD Dr. Thomas Rötzer (Lehrstuhl für Waldwachstumskunde) versieht dort einzelne Bäume mit diversen Sensoren, z.B. Temperaturfühler und Dendrometer. Die sollen unter anderem Aufschluss darüber geben, wie das jeweilige Standortklima das Wachstum und die Verdunstungsleistung der Bäume beeinflusst. Die Münchener Forscher bringen ihr Instrumentarium an Linden und Robinien an. Diese Baumarten unterscheiden sich in ihrer Wärme- und Trockenresistenz.

Die Daten werden öffentlich zugänglich gemacht. Dazu werden die Messwerte grafisch aufbereitet und in Echtzeit im Internet zur Verfügung gestellt. Die Webseite soll spätestens zum Start der Landesgartenschau im April 2018 fertig sein. Damit möglichst viele Interessierte von dem Projekt erfahren, stehen an allen Messpunkten Info-Stationen mit QR-Codes bereit.

Projektpartner

„Der Klimawandel wird kommen. Wie kann sich die Stadt anpassen, um lebenswert zu bleiben?“ Aus dieser Frage heraus beteiligt sich auch die Stadt Würzburg am Projekt. Das machte Umweltreferent Wolfgang Kleiner beim offiziellen Projektauftakt am 15. November 2017 deutlich. Oberbürgermeister Christian Schuchardt startete das Projekt symbolisch mit einem Klick an dem Rechner, den die Forscher aus München mit ihrer Baumsensorik verbunden hatten. Heiko Paeth dankte dem OB sehr dafür, dass die Stadt das Projekt finanziell, logistisch und personell unterstütze. Hauptförderer des Vorhabens ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, von dem insgesamt rund 600.000 € kommen.

Durchgeführt wird das Projekt „Klimaerlebnis Würzburg“ vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde (Koordination) der TUM, vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung (TUM), der Professur für Klimatologie am Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg und vom Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Würzburg.

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

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