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Uni-Intrigen gegen Holzwirtschaft?

Eine Universität sollte Ausbildungsstätte für die Vorbilder von morgen sein und Forschungsergebnisse für eine sinnvolle Zukunftsgestaltung liefern. Beides wird in Hamburg von immer lauter werdenden Stimmen angezweifelt.

Nun tauchte ein Schreiben auf, dass die Hochschule als demokratische Einrichtung an sich infrage stellt. Der Timber-Online-Redaktion wurde eine Nachricht zugespielt, die aufgrund ihres Inhalts und des Zeitpunkts ihrer vermeintlichen Absendung brisant ist. Darin wird anscheinend der angebliche Beschluss verschiedener Instanzen über die Abschaffung des Zentrums Holzwirtschaft an das Präsidium der Universität Hamburg kundgetan. Das vermerkte Datum dieser E-Mail ist der 29. Januar, an dem keines der genannten Gremien in dieser Sache offiziell getagt hatte.
Ob das Schreiben wirklich abgeschickt wurde, beweist dessen bloße Formulierung natürlich nicht. Doch der fade Beigeschmack von Mauschelei bleibt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Uni-Präsident mehrere Fürsprecher des Zentrums und des Studiengangs kurz vor Ostern für kurz nach Ostern um ein Gespräch gebeten hat. Vier Teilnehmer aus der Industrie konnten diesen kurzfristigen Termin wahrnehmen.
In einer offiziellen Stellungnahme zu Beginn der medialen Berichterstattung hieß es noch, dass erst 2018 weitere Entscheidungen fallen können. Warum die Eile? Inhalt des Gesprächs war die Vorstellung eines – im kleinen und eventuell willkürlich gewählten Rahmen – erarbeiteten Konzepts, das die komplette Abschaffung des Bachelors Holzwirtschaft vorsieht und dem Werkstoff allein als Teil eines neuen Masterstudiengangs noch Platz einräumt. Sollte die Branche sich mehr spezifische Lehre wünschen, möge sie doch bitte eine zusätzliche Professur stiften. Gegen diese mittlerweile recht gängige Verfahrensweise ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden, doch zu dieser Forderung gibt es schlicht noch keinen Gegenwert, da ja erst 2018 wirklich entschieden werden kann, ob die Holzwirtschaft überhaupt gehalten werden kann.
Zusammengefasst: Die ganze Angelegenheit ist sehr verworren. Es besteht laut des anonymen Insiders die Möglichkeit, dass kleine aber gefragte Studiengänge, wie die Holzwirtschaft oder vor ihr die Gesundheitswissenschaft, zugunsten einträglicherer Forschungsrichtungen im Stillen „abgesägt“ werden (sollen), in der Hoffnung, dass niemand nachfragt. Apropos: Auf Nachfrage gab es vom Präsidium dazu keine Stellungnahme – vielleicht dann ja 2018.
timber-online.net

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