Plastikmüll im Flussmodell
Künstliche Umwelt: Für ihre Untersuchungen nutzten die Forschenden Flussmodelle, die mit Plastik bestückt wurden.
|

Umweltverschmutzung: 90 % mehr Plastik in Flüssen?

04. November 2022
Plastik kommt bekanntlich immer häufiger in der Umwelt vor – auch im Wald. Das tatsächliche Ausmaß der Verschmutzung ist noch gar nicht bekannt. Vermutet wird, dass gerade der Anteil in fließenden Gewässern bis zu 90 % höher sein könnte als bisher angenommen.

Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben dazu gemeinsam mit niederländischen und australischen Partnern Untersuchungen zu den Mengen von Plastik in Flüssen durchgeführt. Das Ergebnis wurde nun publiziert.

Besseres Monitoring von Plastikmüll in der Umwelt

Flüsse verbreiten Plastikmüll schnell in der Landschaft und transportieren es in verschiedene Lebensräume. „Sobald Plastik in einen Fluss gelangt, wird es mit hoher Geschwindigkeit weitertransportiert und in der Umwelt verbreitet“, sagt Dr. Daniel Valero. Der Forscher arbeitet am Institut für Wasser und Gewässerentwicklung des KIT und ist Leitautor der neuen Studie.

„Je nach Größe und Beschaffenheit kann Plastik sich dabei sehr unterschiedlich verhalten.“ Es könne tauchen, schwimmen oder von Hindernissen aufgehalten werden, beschreibt Valero. Bisherige Forschungen haben sich hauptsächlich die Wasseroberflächen konzentriert. Das reiche nicht aus, um tatsächliche Mengen zu ermitteln.

Diese Erkenntnis sei relevant, wenn es darum geht Plastik effektiv aus der Umwelt zu entfernen. Das Monitoring von Plastikmengen in Flüssen müsse dafür verbessert werden.

Wie kann Plastik effektiv aus dem Wasser entfernt werden?

In den Untersuchungen verfolgten die Forschenden Plastikteile verschiedener Größen per 3-D-Kamera-System millimetergenau im Modell eines Fließgewässers. Damit konnten sie nachweisen: „Die Teilchen werden wie Staub im Wind verstreut. Nur wenige Plastikteile gelangen überhaupt wieder an die Wasseroberfläche“, sagt Valero.

Für die Zukunft könnte die Forschung Grundlage von neuen Konzepten bei der Beseitigung von Plastik aus der Umwelt darstellen. „Wenn man abschätzen kann, wo sich das meiste Plastik befindet, dann weiß man auch, wo eine Säuberung am effektivsten ist“, schließt Valero.

Die gesamten Forschungsergebnisse lesen Sie hier: „Water Research“.

Mit Material vom KIT