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Durch das "WFW – Wildschutzprogramm Feld und Wiese" werden Strukturen des Offenlands wie Hecken, Feldgehölze und Baumstreifen in Rheinland-Pfalz gefördert.

Umweltministerium Rheinland-Pfalz fördert Wildschutzprogramm

Das rheinland-pfälzische Umweltministerium fördert mit 860.000 Euro das „WFW – Wildschutzprogramm Feld und Wiese“ des Landesjagdverbandes. Dies wurde am 4. April 2018 in Mainz durch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken begründet.

Höfken begründete die Förderung des Programms in Mainz: „Der Erhalt der Artenvielfalt ist eine drängende Zukunftsaufgabe. Umso mehr begrüße ich das Engagement der Jägerinnen und Jäger, die sich für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie des Landes mit dem ‚Wildschutzprogramm Feld & Wiese‘ aktiv einbringen. Das mehrjährige Projekt ist zudem ein wichtiger Baustein der „Aktion Grün“, mit der das Land in den Erhalt der Artenvielfalt und der natürlichen Lebensgrundlagen in ganz Rheinland-Pfalz investiert.“ Das Programm wurde für die Jahre 2018 bis 2021 geplant.

Offenland fördern, Lebensraum wiederherstellen

Das mehrjährige Projekt verfolgt das Ziel, wild lebende Tierarten als wesentlichen Bestandteil der biologischen Vielfalt und des Naturhaushaltes in ihrer Vielfalt zu bewahren, bedrohte Wildarten zu schützen sowie ihren Bestand zu sichern und zu mehren. „Die Jagd ist angewandter Naturschutz – das ‚Wildschutzprogramm Feld & Wiese‘ ist hierfür ein hervorragendes Beispiel“, betonte die Ministerin. Das Projekt fördere bestimmte Strukturen des Offenlands, wie zum Beispiel Hecken, Feldgehölze und Baumstreifen. Höfken: „Dies alles sind Lebensräume für Tiere, wie den Feldhasen, den Fasan und das Rebhuhn, – Niederwildarten, deren Anzahl seit Jahren signifikant zurückgeht.“

So ist für die Leitwildart Rebhuhn ein Frühjahrsbesatz von mindestens drei Brutpaaren pro 100 ha Offenland notwendig, damit sich diese Art dauerhaft erhalten kann. „Diese Maßnahmen kommen zudem dem Naturschutz insgesamt zu Gute. Denn Tierarten wie die Feldlerche, der Kiebitz oder der Feldhamster profitieren gleichermaßen. Aber auch Insekten, Reptilien, Amphibien und seltene Pflanzenarten nützt eine Verbesserung des Lebensraumes durch die Anlage von Brachen oder Blühflächen“, so die Ministerin.

Der umfangreiche Maßnahmenkatalog des Wildschutzprogramms beinhaltet unter anderem auch Schulungen für Landwirte, in Ausbildung befindliche Junglandwirte und Jägerschaft sowie eine Informationskampagne zum Programm selbst. Darüber hinaus wird eine eigens für das WFW entwickelte Saatgutmischung für ökologische Vorrangflächen (Greening) und Blühflächen subventioniert. Die Anlage von Käferwällen, so genannter „beetle banks“, stellt eine ganz besondere Maßnahme zur Schaffung hochwertiger Habitate dar und wird ebenfalls gefördert. Der Ausbau des Monitorings zur Abschätzung von Populationen wird wichtige Daten zu Feldhasen, Rebhühnern oder Fasanen liefern. Des Weiteren sollen den Jagdausübungsberechtigten Beispiele für ein verantwortungsvolles Prädatorenmanagement aufgezeigt werden. Zum Wildschutzprogramm gehören ferner die Anlage von Rebhuhnfütterungen und die Pflege von Feldholzinseln.

Vernetzung von Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaft

Bereits im Jahr 2017 wurden vier Demoreviere in den Landkreisen Mainz-Bingen, Alzey-Worms und Landkreis Mayen-Koblenz ausgewählt, in denen bis 2021 die Maßnahmen der Lebensraumverbesserung und Prädatorenregulierung durchgeführt werden. „Ein wichtiger Aspekt des Wildschutzprogramms ist die Vernetzung verschiedener Akteure untereinander: So strebt der Landesjagdverband eine enge Zusammenarbeit mit verschiedenen rheinland-pfälzischen Verbänden und Institutionen an“, sagte Höfken. Neben der Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium sollen daher im Laufe des Projekts auch die Kooperation mit dem Landwirtschaftsministerium, dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum, der Landwirtschaftskammer sowie den Bauern- und Winzerverbänden weiter ausgebaut werden. Die Hochschule Bingen und das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück gewährleisten eine wissenschaftliche und fachliche Betreuung. Für das Wildschutzprogramm wurde eigens ein Expertenbeirat gegründet, der zweimal jährlich tagen und fachlich unterstützen soll.

MUEEF

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