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Umweltministerium Brandenburg zur Tötung eines Wisents im Lebuser Busch

Brandenburgs Umweltministerium hat in einer ersten Stellungnahme auf den Abschuss eines Wisents bei Lebus im Landkreis Märkisch-Oderland reagiert.

Pressesprecher Jens-Uwe Schade: „Ich kann nur sagen, dass wir entsetzt und empört sind. Weder das Ministerium noch das Landesumweltamt waren in das Vorgehen des Amtsdirektors von Lebus eingebunden. Minister Vogelsänger hat sich nach Bekanntwerden des Berichts an den zuständigen Landrat gewandt mit der Bitte um eine Sachstandsdarstellung. Nach unseren Informationen hat sich das Amt Lebus hier auf das Ordnungsrecht berufen. Dies greift aber nur, wenn unmittelbar Gefahr im Verzug ist und auch dann ist nur das mildeste Mittel zulässig. Wisente zählen in Deutschland und Polen zu den streng geschützten Tierarten. Von polnischer Seite wird uns vermittelt, dass es sich um einen Bullen handelt, der dort im Gebiet des Nationalparks Warthemündung seit längerem frei herumläuft. Von Gefahr im Verzug ist dort nichts bekannt.“

In der Bundesrepublik gehört der Wisent zwar zu den jagdbaren Tierarten, ist aber ganzjährig geschont. Das heißt: Nach Jagdrecht kann in Deutschland kein gesunder Wisent erlegt werden.

Der Wisent ist darüber hinaus im Naturschutzrecht geschützt, er ist unter anderem im Anhang II und IV der europäischen FFH-Richtlinie aufgelistet. Zudem gilt ein Besitz- und Vermarktungsverbot.

MLUL Brandenburg

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1 Kommentare

  1. Naturerleben 2 Jahren zuvor

    Was sich die Lebuser Verantwortlichen mit ihren Kompetenzen erlaubt haben, geht gar nicht.
    Die handelnden Personen haben sich gegenseitig und somit verantwortungslos hochgeschaukelt.

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