Sauberes Feuer in einem modernen Grundofen mit Abbrandsteuerung
Sauberes Feuer in einem modernen Grundofen mit Abbrandsteuerung
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Umweltbundesamt redet die Holzheizung schlecht

13. Februar 2022

Es sind erst einmal höchst erfreuliche Zahlen, die das Umweltbundesamt (UBA) am 10.2. verkündet hat: 2021 gab es in Deutschland, wie schon im Vorjahr, an den Messstationen keine Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte. Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid (NO₂) wurde voraussichtlich nur noch an 1-2% der verkehrsnahen Stationen überschritten. Dieser Trend ist insgesamt schon seit gut 10 Jahren zu beobachten.

Mittlerweile sind die Abgase im Straßenverkehr so sauber, dass der Feinstaub aus Reifen- und Bremsenabrieb bereits den Hauptanteil an den Gesamtemissionen hat. Daraus ergibt sich übrigens eine interessante Schlussfolgerung: Weil man diese Faktoren (vermutlich) kaum weiter reduzieren kann, lässt sich der Feinstaubausstoß im Straßenverkehr eigentlich nicht mehr durch noch sauberere KFZ verbessern, sondern nur noch durch weniger Autofahren…

Die Feinstaubemmissionen entwickeln sich erfreulich nach unten
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Zweite Phase

Der Präsident des UBA, Dirk Messner, zog bei der Vorstellung der Ergebnisse aber vor allem eine andere Schlussfolgerung: Die europäischen Grenzwerte seien jetzt 20 Jahre alt und sollten drastisch verschärft werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte dazu schon im September neue Leitlinien für gesunde Luft vorgelegt. Um die Luft zu verbessern, schlug Messner unter anderem einen Abschied vom Heizen mit Holz in Haushalten vor: „Aus Luftqualitätsperspektive richten wir hier viel Schaden an.“ Konkret sprach sich Messner dafür aus, nicht weiter neu in Holzverfeuerung zu investieren.

Einseitige Betrachtung

Bei seinen Vorschlägen lässt er jedoch völlig außer Acht, dass wir bei der Heizenergie auch ganz andere Perspektiven berücksichtigen müssen, allen voran die CO2-Emissionen. Selbst bei einem deutlichen Fokus auf Kaskadennutzung, also Holz zuvorderst in langlebigen Produkten einzusetzen, bleiben immer noch jede Menge Neben- und Restprodukte, sowohl im Wald als auch im Sägewerk, die hervorragend zur Energieerzeugung eingesetzt werden können. 90% der Pellets hierzulande werden aus Industrie-Resthölzern erzeugt.

Aber eine Unterscheidung zwischen perfekt Lambda-gesteuerten Pelletheizungen oder einem alten Schwedenofen aus dem Baumarkt, der womöglich noch völlig falsch bedient wird, macht das UBA ohnehin nicht. Alternativen werden im Übrigen auch nicht aufgezeigt. Bei den Wärmepumpen als lokal emissionsfreie Heizung hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen, dass diese für einen Austausch im Bestand vielfach gar nicht einsetzbar sind, weil sie gar nicht genug Leistung bringen. Dafür müsste man erst einmal die Gebäude aufwendig dämmen, was sich vielfach gar nicht wirtschaftlich darstellen lässt. Die Wirtschaftswoche empfiehlt in diesem Artikel vom 11.2.2022 Hausbesitzern allen Ernstes die Investition in neue Gasheizungen! Wir sollen also weiter auf einen fossilen Brennstoff setzen, dessen Preis sich daneben allein seit Beginn des Jahres fast verdreifacht hat…

Glücklicherweise haben solche Ratgeber offenbar keinen nennenswerten Einfluss auf die Bundesregierung, die weiterhin den Einsatz regenerativer Heizenergie fördert und damit moderne Holzheizungen ganz klar mit einschließt.

Heinrich Höllerl