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Ergebnisse der Umfrage auf der Grünen Woche in Berlin. Quelle: Wald und Holz NRW

Umfrage: Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen besonders geschätzt

Besucherinnen und Besucher der Grünen Woche in Berlin gehen nicht gern spazieren.
Das könnte man aus den Ergebnissen einer Umfrage schließen, die Wald und Holz NRW während der Grünen Woche in Berlin durchgeführt hat.

Zehn Tage lang konnten Besucherinnen und Besucher der Messe am Stand von Wald und Holz NRW im Rahmen einer ( nicht repräsentativen) Umfrage erklären, was ihnen am Wald am wichtigsten sei.
Mit 40 % steht der „Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen“ an der Spitze der Ergebnisse. 32 % der Besucherinnen und Besucher erachten den Schutz von Wasser, Luft und Boden für besonders wichtig. Lediglich 16 % der Besucherinnen und Besucher gaben an, dass bei Ihnen der Wald als Erholungs- und Freizeitraum an erster Stelle steht. Für 12 % ist der Wald vor allem Arbeitsgrundlage für Menschen und Rohstofflieferant.
Fest steht: Die deutschen Wälder sind Multitalente.
Und viele der Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer taten sich zurecht schwer, einzelne Funktionen als wichtiger zu befinden als andere. Unsere Wälder dienen Millionen Menschen als Erholungsraum, schaffen allein in NRW die Grundlage für 180.000 Arbeitsplätze, liefern den nachhaltigen Rohstoff Holz und beherbergen einen großen Naturschatz.
Die Frage, welche Funktion am wichtigsten ist, wird in den letzten Jahren immer häufiger diskutiert und gehört zum Alltag der Forstleute. Spaziergänger sind verärgert, weil sie im Naturschutzgebiet nicht abseits der Wege laufen dürfen, Mountainbiker umfahren Wegsperrung wenn im Wald gearbeitet wird und Anwohner beschweren sich, wenn in den anliegenden Wäldern Bäume gefällt werden.
Spannungsfeld für Forstleute offengelegt
Die Umfrage ist mit insgesamt 380 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht repräsentativ, legt aber das Spannungsfeld offen, in dem sich der Wald befindet. Dieses Spannungsfeld ist vor allem eine Herausforderung für Forstleute, die zwischen den einzelnen Funktionen und dazugehörigen Interessengruppen vermitteln müssen. Dabei sind die Funktionen nicht zwangsläufig gegensätzlich. Häufig dienen Maßnahmen zur Erfüllung einer Funktion gleich auch anderen Funktionen. So bauen und pflegen Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Wege, um geerntetes Holz aus ihren Wäldern ab zu transportieren. Ganz nebenbei schaffen sie damit auch tausende Kilometer Wander- , Jogging- und Radwege für die Erholungssuchende. Viele der Eichenwälder in Nordrhein-Westfalen wurden von Forstleuten und Waldbesitzern gepflanzt, da sie natürlich nur sehr selten vorkommen, aber eines der hochwertigsten heimischen Hölzer beherbergen. Heute gehören die Eichenwälder auch aus ökologischer Sicht zu den Schatztruhen Nordrhein-Westfalens.
Interessanterweise scheint die Sichtweise auf die Waldfunktionen zum Teil stark von Faktoren wie Geschlecht oder regionale Herkunft abhängig zu sein. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass vor allem bei Frauen der Wald als Lebensraum für Tiere und Pflanzen besonders wichtig ist. Zwei Drittel der Teilnehmenden die für diese Funktion gestimmt haben und Ihr Geschlecht angeben haben waren weiblich.
Weniger überraschen war das Ergebnis, dass der Wald als Arbeitsplatz und Holzlieferant vor allem für Menschen aus dem ländlichen Raum ein Thema ist. Nur 17 % der aus städtisch geprägten Regionen stammenden Teilnehmer ordnete dieser Funktion übergeordneten Stellenwert bei.
Spannend wird es wieder im August, dann plant Wald und Holz NRW die nächste, größere Umfrage auf dem NRW-Tag in Düsseldorf.

Wald und Holz NRW
 

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