HolzMarkt

Ukraine-Krieg: ifo Institut kappt Wachstumsprognose

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Der russische Angriff auf die Ukraine schmälert das Wirtschaftswachstum und beschleunigt die Inflation in Deutschland. „Wir erwarten in diesem Jahr nur noch zwischen 2,2 % und 3,1 % Wachstum“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Im Dezember hatte das ifo Institut 3,7 % Wachstum für das laufende Jahr vorhergesagt. Umgekehrt dürfte die % schneller zunehmen als bislang erwartet. Das ifo rechnet nun mit 5,1 % bis 6,1 %, statt 3,3 %, wie noch im Dezember gedacht.

Krieg bremst Wirtschaft

„Die russische Attacke dämpft die Konjunktur über deutlich gestiegene Rohstoffpreise, die Sanktionen, zunehmende Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Vorprodukten sowie erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit“, sagt Wollmershäuser.

Insgesamt gehe durch den Anstieg der Verbraucherpreise allein im ersten Vierteljahr Kaufkraft von etwa 6 Mrd. € verloren. Gleichzeitig dürften die vollen Auftragsbücher der Industrie und die Normalisierung bei Corona der Konjunktur einen kräftigen Schub geben. Im kommenden Jahr werde das Wachstum dann auf 3,3 % bis 3,9 % zulegen. Die Inflation dürfte auf etwa 2,0 % zurückgehen.

Höhere Verbraucherpreise

Wegen der unsicheren Lage berechnete das ifo Institut zwei Prognosen, die unter anderem eine unterschiedliche Entwicklung der Energiepreise unterstellen. Sie wirken sich in diesem Jahr insbesondere auf die privaten Konsumausgaben aus: Sie könnten zwischen 3,7 % und 5,0 % steigen.

Die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen werden zwischen 0,0 % und 3,9 % steigen. Die Arbeitslosigkeit allerdings dürfte kaum unterschiedlich ausfallen, das ifo rechnet mit 2,27 bis 2,29 Mio. Menschen. Jedoch dürfte die Kurzarbeit im pessimistischen Szenario deutlich zunehmen.

Zwei Szenarien

Das optimistische Szenario nimmt an, dass der Ölpreis von derzeit 101 €/Fass schrittweise sinkt auf 82 €/Fass zum Jahresende, und der Preis für Erdgas sinkt parallel dazu von 150 €/MWh auf 108.

Im pessimistischen Szenario steigt Öl auf 140 €/Fass bis Mai und sinkt dann erst ab auf 122 €/Fass zum Jahresende. Erdgas dürfte hierbei bis Mai ansteigen auf 200 €/MWh und dann nach und nach auf 163 €/MWh sinken.

Quelle: ifo Institut