Forstbetrieb

Übersicht: Hilfen für Waldbesitzer bei Extremwetterereignissen

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Nach den Schadereignissen der letzten Jahre stellen Förderprogramme eine wichtige Hilfe für die Waldbesitzer dar. Die Bedingungen, unter denen die Mittel beantragt werden können, welche im Rahmen der GAK-Förderungen in den jeweiligen Bundesländern bereitstehen, unterscheiden sich dabei aber erheblich. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) und der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) haben deshalb ein Ranking nach Bundesländern erstellt.

Vorreiter bei den Bedingungen zur Beantragung von Hilfen bei Extremwetterereignissen sind Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz. Schlusslichter bilden das Saarland, Hessen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Zu diesem Ergebnis kommt das auf einem individuellen Punktesystem basierende Ranking von AGR und DeSH.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Grundlage der Bewertung war eine Einschätzung der verfügbaren Fördermittel hinsichtlich ihrer Darstellung, der Bereitstellung entsprechender Informationen und der Voraussetzungen der Förderungen, wie beispielsweise förderfähige Baumarten. Die Auswertung zeigt, dass die unterschiedlichen Förderrichtlinien in den Bundesländern zu verschiedenen Fördervoraussetzungen führen. Im Ergebnis kann nicht jeder Waldbesitzer auf die gleiche finanzielle Unterstützung setzen, wenn es um die Bewältigung von Extremwetterereignissen geht.

Rohstoffangebot der Zukunft

„Angesichts der extremen Schäden in den deutschen Wäldern ist es von großer Bedeutung, dass Waldbesitzende schnell und ohne große Hürden finanzielle Hilfe erhalten. Nur so können Schadensbewältigung, Wiederaufforstung und Waldumbau in angemessener Zeit gemeistert werden“, erklärt Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des DeSH, das Ranking. „Die Wiederbewaldung nach den großen Waldschäden stellt jetzt überall die Weiche für das Rohstoffangebot der Zukunft. Ein ausreichend großer Anteil Nadelholz und eine möglichst große Bandbreite förderfähiger Baumarten sind aus unserer Sicht zentrale Punkte. Das haben die Länder unterschiedlich gut umgesetzt,“ kommentiert Leonhard Nossol, Präsident der AG Rohholz, das Ergebnis.

GAK Förderungen 2020 bis 2023

Anlass für die Evaluierung war der Beschluss des Planungsausschusses für Agrarstruktur und Küstenschutz (PLANAK), welcher zum Ende des vergangenen Jahres die Förderungen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes, kurz GAK-Förderung, für die Periode 2020 bis 2023 festgelegt hatte. GAK-Förderungen können u.a. für die naturnahe Waldbewirtschaftung, Erstaufforstungen oder auch verschiedene Maßnahmen zur Bewältigung von Folgen der Extremwetterereignisse beantragt werden.

Die Auswertung der forstlichen Fördermittel auf Bundeslandebene finden Sie hier.

Quellen: DeSH/AGR