Waldschutz

Überblick zur Zulassungssituation der Pflanzenschutzmittel im Forst

von Jörg Fischer

In den Merkblättern Nr. 24, 44 und 45 der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wird beim chemischen Pflanzenschutz auf die Darstellung der Zulassungssituation im LWF-Blickpunkt Waldschutz 1/2021 verwiesen. In dieser Ausgabe erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Pflanzenschutzmittel im Forstsektor zu Jahresbeginn 2021.

Im Einsatzgebiet Forst stehen Waldbesitzern insbesondere bei der Borkenkäfer-, Rüsselkäfer- und der Mäusebekämpfung weiter chemische Pflanzenschutzmittel (PSM) zur Verfügung: Immer nur als letztes Mittel der Wahl, nach Ausschöpfung aller nicht-chemischen Maßnahmen, auf Basis einer Prognose und nur, wenn Gefahr in Verzug besteht. Nur dann kann eine auf das Minimum beschränkte Pflanzenschutzmittel-Anwendung nach guter fachlicher Praxis in Erwägung gezogen werden.

Grundsätzliche Anmerkungen

Aufgrund der befristeten Zulassung von Pflanzenschutzmitteln kommt es vor, dass sich im Laufe eines Kalenderjahres die Zulassungssituation ändern kann. Aufgrund unvorhersehbarer, kurzfristiger Änderungen im Zulassungsgeschehen – z.B. eines amtlichen Widerrufs eines Pflanzenschutzmittels – sind die nachfolgenden Angaben zu den Indikationen ohne Gewähr.

Die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel finden sie monatsaktuell in der Online-Datenbank „Pflanzenschutzmittel“ des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Informieren Sie sich bitte entsprechend der guten fachlichen Praxis grundsätzlich vor jedem Pflanzenschutzmitteleinsatz über die aktuelle Zulassungssituation in der Online-Datenbank Pflanzenschutzmittel des BVL.

Nach dem Erlöschen einer Zulassung bestehen gesetzliche Abverkaufsfristen für den Handel und Aufbrauchsfristen für den Anwender. So ist der Abverkauf von Pflanzenschutzmitteln nach Ablauf der Zulassung für einen Zeitraum von 6 Monaten legitim. Anwender haben darüber hinaus weitere 12 Monate Zeit, um diese PSM aus ihrem Bestand anzuwenden. So ergibt sich für Anwender ein Zeitfenster von insgesamt 18 Monaten, um Restmittel aufzubrauchen.

Achtung: Bei einer eventuellen Rücknahme einer Zulassung durch das BVL gelten solche Übergangsfristen nicht.

Beachten Sie bei allen Pflanzenschutzmittelanwendungen die Anwendungsbestimmungen und Auflagen. Für die Behandlung von Rüsselkäfer sowie die Polterbehandlung gibt es zudem entsprechende Merkblätter der LWF:

Insektizide – Borkenkäfer- und Rüsselkäferbekämpfung

Nach gegenwärtigem Stand werden bis zum Jahresende 2021 die Zulassungen von allen aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmitteln zum Borkenkäfer- und Rüsselkäfermanagement auslaufen.

Dadurch kann es mittelfristig zu Einschränkungen bei der Behandlung rinden- und holzbrütender Borkenkäfer an liegendem Holz kommen. Gleiches gilt für die Rüsselkäferbekämpfung, da deren Bekämpfung ausschließlich mit den unten aufgeführten Spritzmitteln erlaubt ist.

In der nachstehenden Tabelle sind die zugelassenen PSM, sowie deren mögliche Anwendungen und Zulassungsenden aufgeführt:

Rodentizide

Nach aktuellem Stand enden in diesem Wirkungsbereich die ersten Zulassungen zum Jahreswechsel 2021/2022. Bitte beachten Sie, dass bei einigen Rodentiziden die Anwendungsbestimmungen Ende des Jahres 2019 durch das BVL präzisiert wurden (vgl. Fachmeldung). Dies führt zu geänderten Rahmenbedingungen bei der Mäusebekämpfung.

Die LWF hat in ihrem Blickpunkt Waldschutz Nr. 16/20 die einschlägigen Änderungen in den Anwendungsbestimmungen für den Forst aufbereitet.

Links zu im Text genannten Veröffentlichungen:

In der folgenden Übersicht sind alle im Forst zugelassenen Rodentizide und die korrespondieren Zulassungsenden sowie Zielorganismen aufgeführt:

Repellent/Wildschadensverhütungsmittel

Für die Abwehr von Verbiss-, Fege- und Schälschäden stehen momentan noch einige Wildschadenverhütungsmittel zur Verfügung. Auch in diesem Wirkungsbereich der Pflanzenschutzmittel laufen in diesem Jahr Zulassungen aus.

Quelle: LWF (PM)