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Tropenhölzer in Papier nachweisbar

Ein EU-Gesetz, nachdem ab 2013 auch Hersteller von Papier- und Zellstoffprodukten nachweisen müssen, welche Holzarten verwendet wurden, machen eine schnelle und günstige Methode zur Bestimmung verwendeter Holzfasern in Papierprodukten notwendig. An der TU Darmstadt wird zurzeit Faser-Atlas erstellt, in dem Zellen von Tropenhölzern und ihre jeweiligen Erkennungsmerkmale aufgeführt werden sollen. Bis zu 28 Arten von tropischen Bäumen werden so identifizierbar gemacht. Bereits im Laufe dieses Jahres soll der Atlas fertiggestellt werden. Darüber hinaus wollen die Papieringenieure ein bildanalytisches Verfahren erarbeiten, mit dem sie die Fasern identifizieren können. Hierzu werden sie eine automatische Erkennungsanalyse der einzelnen Zellen eines Papierproduktes entwickeln, bei der jede einzelne Zelle gescannt und typische Merkmale bestimmter Tropenholz-Arten quasi abgefragt werden. Ein elektronenmikroskopisches Verfahren zur Unterstützung wird am von-Thünen-Institut entwickelt und soll bis Ende 2013 stehen. Die beschriebenen Fasern sind ausschließlich Arten aus Südostasien.

Bei ihren Recherchen stießen die Experten bislang nur dann auf verdächtige Verlagsprodukte, wenn Zellstoffe aus Südostasien enthalten waren. Praktisch alle illegal geschlagenen Tropenholzbestände, sogenanntes „mixed tropical hardwood“ stammt aus dieser Ecke der Welt. Mit Blick auf bestimmte Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Tropenwäldern kann dann auch eine klare Aussage getroffen werden, ob illegal gerodete Hölzer darunter sind.

Weltweit gibt es neben Darmstadt nur noch ein Labor in den USA und eines in Großbritannien, in denen Papier- und Zellstoffprodukte auf Indizien zu Tropenholzeinsatz untersucht werden. Nichtregierungsorganisationen befragen parallel das US-amerikanische und das Darmstädter Labor, wenn sie herausfinden wollen, ob ein Hersteller illegale Produkte verwendet. Erst wenn beide Labore übereinstimmende Resultate liefern, gehen sie an die Öffentlichkeit.

TU Darmstadt

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