Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Zum Tode von Hannes Karner

Zum Tode von Hannes Karner

Die Forstwelt Europas trauert um Hannes Karner. Dieser verstarb am Dienstag, den 31. Mai 2011 für uns alle unfassbar und plötzlich an den Folgen eines tragischen Unfalles.
Mit ihm verliert nicht nur seine Familie den Mann und den Vater, und die Firma Karner und Berger den Chef und Kollegen. Vielmehr verliert auch die österreichische Forstwirtschaft einen ihrer leidenschaftlichsten Befürworter für die mechanisierte Holzernte und die Firma Komatsuforest einen der erfolgreichsten Händler der vergangenen Jahre im europäischen Raum. Hannes Karner wurde am 23. Januar 1964 in Türnitz/Niederösterreich geboren. Sein Fundament für eine Technikerausbildung erhielt er in der Werkstatt seines Vaters Ignaz und Bruders Franz, die Obstpressen und Seilwinden für Feuerwehrfahrzeuge herstellten. Im Jahr 1992 gründete er gemeinsam mit Leopold Lunzer die Lunzer und Karner GmbH in Türnitz. Gefertigt wurden Seilwinden und Triebachsanhänger. Neben Schlosserarbeiten begann man mit dem Import von Kesla-Patu-Produkten. Von 1997 bis 2000 arbeitete Karner für Neuson in Linz. Er war für den Vertrieb von Harvestern zuständig und hat neben den Kettenharvestern auch Forwarder und Forstanhänger verkauft, die Neuson in Lizenz vertrieben hat.

Der Wunsch von Hannes Karner war es allerdings immer, ein selbstständiger Unternehmer zu sein. Daher gründete er mit dem Mechaniker Alfred Berger, mit dem er bereits seit langer Zeit befreundet war, einen eigenen Werkstättenbetrieb in Türnitz und übernahm die Vertretung von Valmet-Forstmaschinen für Österreich. Sein erster Messeauftritt in der neuen Aufgabe war im Jahr 2000 auf der KWF Tagung in Celle.

Bald sollte sich herausstellen, dass dies sowohl für die Unternehmer in Österreich als auch für die Firma Komatsuforest ein Glücksfall war. Innerhalb kurzer Zeit schaffte er es mit seinen Mitarbeitern, der Marke Valmet in Österreich zu einem hervorragenden Ruf zu verhelfen. Bekannterweise ist die mechanisierte Holzernte in Österreich durch die steilen Hänge vor besondere Herausforderungen gestellt. Hannes Karner war immer bemüht, die Ideen und Wünsche der Kunden umzusetzen, um einen effizienten Einsatz der Maschinen zu gewährleisten. Seine technische Qualifikation kombiniert mit einem großen Verständnis für die Belange der Unternehmer, machten ihn mit seiner Mannschaft zum verlässlichen Partner für die Kundschaft, aber auch für Komatsuforest.

Beispielsweise ist die Entwicklung des Harvesters 911 X3M (‚Snake’), der durch seine vier Kettenlaufwerke gekennzeichnet ist, mit auf seine Ideen zurückzuführen. Dieses Produkt hat sich in verschiedenen Ländern etabliert und wird bis heute sehr erfolgreich verkauft. Auch tüftele Hannes Karner bereits früh an einer seilwindenunterstützten Lösung für die Holzrückung im Hang. Sein Wissen und seine Ideen trugen maßgeblich zur Weiterentwicklung der Windentechnologie bei. Dadurch gehört die Komatsu-Traktionswinde heute zu den erfolgreichsten am Markt.

Für seine Verdienste um den Verkauf der Valmet-Produkte erhielt er dann für das Jahr 2007 die Auszeichnung als bester Händler von Komatsuforest in Europa.
Aber auch in anderen Bereichen war Hannes Karner stets aktiv. Sei es bei der Veranstaltung der Türnitzer Forsttage oder auch bei Organisation der ACC (Austrian Cross Country)-Rennen in Türnitz, wie auch im örtlichen Imkerverein, dem er seit mehr als 20 Jahren angehörte.

Ein besonderes Anliegen war es für Hannes Karner, sein Wissen auch an andere weiterzugeben. So lag ihm die Ausbildung der Lehrlinge schon immer sehr am Herzen. Einige seiner Auszubildenden erreichten so in den vergangenen Jahren Preise für herausragende Leistungen bei Lehrlingswettbewerben und bei den schulischen Leistungen.

Die knappe Freizeit verbrachte Hannes Karner mit seiner Frau Anita und den beiden Töchtern Michaela und Barbara sowie mit Motorrad-Touren auf der Straße und im Gelände.

Neben dem Techniker und Organisator war Hannes Karner aber noch mehr. Er war ein Mensch, auf dem man sich stets verlassen konnte. Seine geradlinige und ehrliche Art machten ihn für alle zum geschätzten Partner und Freund, teilweise weit über die geschäftliche Beziehung hinaus. Er war für die Gesprächspartner häufig auch kritisch, aber stets um die beste Lösung bemüht, an der Sache interessiert und kompromissbereit. Über allem aber stand seine stets positive Grundhaltung zu allen anstehenden Problemen. Er hat immer vorgelebt wie es geht, anstatt zu erklären warum es nicht geht.

Seiner Frau und den Töchtern sowie den Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl. Die Lücke, die er im privaten und geschäftlichen Bereich hinterlässt, ist groß und nicht schließbar. Aber gerade die oben genannte grundsätzliche positive Grundeinstellung und die Weitergabe seines Wissens an die Mitarbeiter und Kollegen werden dazu beitragen, dass sein Geist und damit auch die Firma Karner&Berger mit den Mitarbeitern in Zukunft zum Wohle der Kundschaft weiterlebt. Auch die Firma Komatsuforest als Hersteller wird, wo es nur möglich ist, tatkräftig unterstützen, so dass sein jetzt so schmerzlich vermisstes und vielsagendes ‚baasst scho!!’ jederzeit den gleichen Sinn haben könnte wie früher.

Dr. Jürgen Munz, Komatsu Forest GmbH

Auch interessant

von