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Einfluss unterschiedlicher Hiebsformen auf die Naturverjüngung eines Traubeneichen-Buchen-Mischbestandes

Quelle: Forstarchiv 79: 1, 4-14 (2008)
Autor(en): von Lüpke B

Kurzfassung: In einem ca. 300-jährigen Traubeneichen-Buchen-Mischbestand im Pfälzer Wald auf einem typischen Standort (mäßig frische bis frische, mäßig nährstoffversorgte podsolige Braunerde aus Hauptbuntsandstein) legte die Forstliche versuchsanstalt rheinland-Pfalz im Eichen-mastjahr 1989 einen versuch zur natürlichen verjüngung der Traubeneiche mit den drei Hiebsvarianten Femelschlag, Gruppenschirmschlag und Lichtungsschlag an. von 1993 bis 2002 wurde der versuch nahezu jährlich aufgenommen. Die Hauptergebnisse sind:1. Der Lichtungsschlag wurde durch den Sturm von 1990 so stark aufgelichtet, dass etwa die Hälfte der Fläche Freiflächencharakter erhielt, auf der restfläche blieb ein lichter bis räumdiger Schirm erhalten. Die Eichen- und Buchenkeimlinge aus der ersten Mast von 1989 konnten sich gut etablieren und bildeten 13 Jahre später eine relativ homogene, dicht geschlossene Dickung mit vorwüchsigen Eichen auf 60 % der aufnahmekreise. auf den restlichen 40 % dominierte die Buche im Höhenwachstum, war aber in erheblich geringerer Dichte als die Eichen vertreten. Der ständig, wenn auch mäßig sinkende anteil der Eichen an der Gesamthöhensumme (Summe der Pflanzenhöhen auf einem Quadratmeter) ist ein Zeichen für die überlegene Konkurrenzstärke der Buche, was spätestens im Läuterungsstadium Eingriffe zur Förderung der Eichen notwendig machen wird.2. Gruppenschirmschirm- und Femelschlag stellten varianten der verjüngungsform Femelschlag dar, von denen die Erste etwas größere und hellere (nach den ersten Nachlichtungen zunächst 35 %, später 25 % der Freilandstrahlung) Kronendachunterbrechungen, der zweite kleinere und dunklere schaffte (anfänglich 26 %, später 23 % der Freilandstrahlung). Die meisten Keimlinge aus der anfangsmast starben innerhalb der ersten beiden Jahre wieder ab. Erst nach einer Nachlichtung und einer zweiten Mast 1992 etablierte sich eine verjüngung, die durch weitere Masten geringfügig ergänzt wurde. Sie stellte bei der letzten aufnahme einen lückigen, oft von Buchen dominierten Jungwuchs dar. Eichenverjüngung unter dem Schirm alter Bäume blieb deutlich niedriger und schwächer als außerhalb des Kronenbereichs, ohne dass sich die Belichtung unterschied. Die Buchen wiesen unter den Kronen einen geringeren Wachstumsrückgang auf. Im Laufe der Beobachtungszeit nahm die Dichte der Eiche laufend ab, der Höhenzu-wachs blieb erheblich geringer als auf der Lichtungsschlagfläche, die Höhensummen der Eichen und der anteil an der Gesamthöhensumme gingen ständig zurück. Neben den nicht ausreichenden Strahlungsverhältnissen und den sonstigen Wirkungen der Überschirmung hat auch rehwildverbiss zu diesem ungünstigen Ergebnis beigetragen. Die Belastungen für die Eichen waren auf der Femelschlagfläche stärker ausgeprägt als auf der Grup-penschirmschlagfläche. Im Gegensatz dazu steht die positive Entwicklung des Buchenanteils in beiden Hiebsformen. alle Parameter besaßen bei dieser Baumart eine zunehmende Tendenz. Bei der letzten aufnahme enthielten nur noch 6 – 12 % der aufnahmekreise führende Eichen, auf den restlichen war zum größten Teil gar keine verjüngung vorhanden, oder die Buchen dominierten nach Höhe und anzahl.3. Der versuch erlaubt die praktische Schlussfolgerung, dass bei der natürlichen verjüngung eines Traubeneichen-Buchen-Mischbestandes kleinflä-chige verjüngungsverfahren wie der Femelschlag zu buchenreichen verjüngungen mit wenigen und meist rasch überwachsenen Eichen führen. Ein Eichenbestand lässt sich am sichersten mit einem rasch geräumten Lichtungsschlag erzielen. Wenn dennoch diese Hiebsform vermieden werden soll, sollte ein Femelschlag mit anfänglichen Lochhieben oder sehr lichten Gruppenschirmhieben von mindestens 50 m Durchmesser versucht werden.


Influence of various cutting types on natural regeneration of a sessile oak-beech mixed stand

Abstract: In ca. 300-year old sessile oak-beech mixed stand on a typical site in the “Pfälzer Wald” (dystric cambisol from weathered sandstone, mod-erate water supply, poor nutrient supply) the Forest research Station rhineland-Palatinate installed in the mast year 1989 an experiment on natural regeneration of sessile oak with three cutting types: irregular shelterwood (three gaps of ca. 23 m diameter), group shelterwood (two gaps of ca. 30 m diameter with one old tree in the centre), “dirty clearcut” (i. e. a clearcut with few remnants). From 1993 until 2002 the Institute of Silviculture of the University of Göttingen carried out measurements almost every year. The mean results are:1. The dirty clearcut was opened up by the storm of late winter 1990 in such a way that ca. half the area got the quality of a clear-cut and the rest kept a sparse canopy. oak and beech seedlings of the first mast of 1989 got well established and formed 13 years later a relatively homogeneous, densely closed thicket with leading oaks on ca. 60% of the sample plots. on the remaining 40% beeches overtopped the oaks, but with much smaller densities. The slowly but steadily declining proportion of oak on the total aggregate height (= sum of heights of all seedlings per m2) can be seen as an indicator for the superior competitive strength of beech, which will soon necessitate the release of oak saplings in early precommercial thinnings.2. Group shelterwood and irregular shelterwood are actually variants of the starting phase of the irregular shelterwood regeneration system. The former created somewhat larger and brighter gaps with 35% radiation of above canopy (measured by hemispherical photography as diffuse site factor in summer 1995 after the first regeneration fellings had been carried out), the latter smaller and darker ones with 26% radiation. Most seedlings of the first mast year died within two years. only after successive regeneration fellings had enlarged the gaps seedlings of a second mast in 1992 established a permanent regeneration, which was slightly filled up by successive mast years in 1995 and 1998. at the last measurement in 2002 it appeared an incomplete young growth full of gaps, often with leading beeches. oak regeneration beneath the crowns of old trees remained clearly shorter and weaker as outside the crowns on open locations although the radiation intensity was not different. Beech showed less growth reduction under crowns. The density of oaks went down continually during the observation period with height growth remaining considerably below the clearcut, and leading to a constant decrease of aggregate oak height and the proportion of total aggregate height. Besides insufficient radiation conditions and other effects of crown cover, roe deer browsing contributed to this undesirable result. on irregular shelterwood oak performance was even poorer than on group shelterwood. The positive development of beech on both cutting types contrasts sharply with the oak reaction. all parameters of this species showed an increasing trend. as a result the last measurement in 2002 revealed only 6-12% of the sample plots with oaks in dominant positions whereas the great majority of the rest was without any regeneration, or with beeches leading in height and number.3. From a practical point of view the experiment allows the conclusion that in an oak-beech mixed stand spatially small-scale regeneration methods like the irregular shelterwood favor the regeneration of beech and discriminate against oak. In order to achieve an oak regeneration the most reliable way still is the uniform and rapidly cleared shelterwood. If this well-established regeneration method should be avoided nevertheless, it is recom-mended to conduct a modified irregular shelterwood with clear-felled gaps or very sparse shelterwood at groups of at least 50 m in diameter right at the beginning.

© DLV München

 

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