WaldÖkologie

Totholzpilze – Baumart wichtiger als Totholzgröße und Besonnung

Bearbeitet von Jörg Fischer

Ein groß angelegtes Freilandexperiment in der Randzone des Nationalparks Bayerischer Wald hat ergeben, dass die Artenvielfalt von totholzbewohnenden Pilzen v. a. mit der Vielfalt an Totholzbaumarten steigt. Dabei ist nicht primär ausschlaggebend, ob im Bestand bereits viel oder nur wenig Totholz vorhanden ist. Zu diesem Ergebnis kommen Franz-Sebastian Krah und Claus Bässler in ihrem Beitrag in AFZ-DerWald 16 2021.

Totholz wird hauptsächlich von totholzbewohnenden Pilzen abgebaut und die dadurch freiwerdenden Nährstoffe dienen den Waldpflanzen für ihr Wachstum. Weiter fördert Totholz in Sonne und Schatten andere Artengemeinschaften.

Die Ergebnisse des Freilandexperiments zeigen, dass verschiedene Baumarten für die Artenvielfalt totholzbewohnender Pilze besonders wichtig sind, da vermutlich sehr viele Pilzarten auf bestimmte Baumarten spezialisiert sind. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Baumartenvielfalt besonders viele Nischen bereithält und viele Wälder in Mitteleuropa im Zuge der Forstwirtschaft zu Reinbeständen umgewandelt wurden, können die Autoren aus den Ergebnissen, bezogen auf die frühe Sukzessionsphase, folgende Empfehlungen geben:

  • Die Totholzvielfalt sollte in Wirtschaftswäldern gezielt erhöht werden, indem Totholz möglichst vieler Baumarten belassen oder angereichert wird.
  • In Reinbeständen sollte Totholz mindestens einer weiteren Baumart eingebracht werden.
  • Die Totholzanreicherung kann effizient über starke Stämme (mehr als 30 cm Durchmesser) erreicht werden.
  • Totholz sollte gleichermaßen in schattigen wie sonnigen Waldbeständen bereitgestellt werden.
  • Forstbetriebe können dabei die Totholzanreicherung unabhängig von bestehenden Totholzaufkommen auf Landschaftsebene planen.

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der digitalen Ausgabe von AFZ-DerWald 16 2021.