ABO
Tornado in Sachsen: 108.500 Fm Sturmholz

Tornado in Sachsen: 108.500 Fm Sturmholz

Die Sturmholzmengen im Wald sind nach dem Tornado am 24. Mai auf 108.500 Fm gestiegen. Sachsenforst-Geschäftsführer Hubert Braun stellte am 10. Juni in den Waldgebieten Landwehr und Seifersdorfer Tal bei Dresden die aktuelle Schadbilanz und eingeleitete Maßnahmen vor.

„Nahezu die Hälfte der Schäden sind in privaten, kommunalen und kirchlichen Wäldern aufgetreten. Die Waldbesitzer verfügen oftmals nur über Kleinstflächen, die häufig total zerstört wurden“, sagte Braun. Neben der Herstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung entlang der Wege sei es derzeit eine Hauptaufgabe, betroffene Waldbesitzer ausfindig zu machen, aktiv über notwendige Maßnahmen zu beraten und die Koordinierung der Aufräumarbeiten zu übernehmen. „Wir haben eine Befliegung des Sturmgebietes zur Anfertigung von digitalen Orthofotos durchführen lassen. Damit können die Aufräumarbeiten noch effektiver unterstützt werden“, führte der Geschäftsführer weiter aus. Mit der sofortigen Einstellung von drei Mitarbeitern für ein halbes Jahr werden die betroffenen Forstbezirke gestärkt. Je Forstbezirk seien drei bis fünf Maschinenzüge forstlicher Großtechnik, bestehend jeweils aus einem Harvester und einem Forwarder, mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Hinzu kommt der Einsatz von Forstwirten mit der Motorsäge, die durch Forstspezialtraktoren und entsprechender Seilzugtechnik unterstützt werden.
Die Aufräumarbeiten werden noch Monate dauern. Durch die anhaltenden Niederschläge der vergangenen Wochen bereiten durchnässte Waldböden Probleme bei der Beseitigung der Schäden. Die seitens der Landkreise Bautzen, Meißen und der Stadt Dresden verfügten Waldsperrungen bleiben bestehen. Aufgrund einer erhöhten Borkenkäfergefahr werden zunächst vor allem durch Nadelbäume geprägte Waldbestände bearbeitet. Daneben haben Maßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherheit Priorität.
 
Betroffene private Waldbesitzer werden aufgefordert, sich direkt an die Forstbezirke zu wenden. Kontaktinformationen stehen unter www.sachsenforst.de.
Der Forstbezirk Dresden hat für private Waldbesitzer eine Hotline geschaltet: Tel. 035207/ 999613.
Hintergrundinformationen:
Die Sturmholzmengen verteilen sich auf die Forstbezirke Taura in Nordwestsachsen (37.000 kbm), Dresden (45.000 kbm) und Neustadt (26.500 kbm). Insgesamt fielen im Privatwald und Landeswald jeweils 45.000 kbm, im Körperschaftswald 18.500 kbm an.
Wichtiger Hinweis im Zusammenhang mit dem Sturmereignis am 24.05.2010

Zuwendungsempfänger, die im Rahmen der ländlichen Entwicklung gefördert wurden oder werden, sollten vermeiden, dass aus der Zerstörung oder Beschädigung geförderter Vorhaben ein Rückforderungsrisiko erwächst: Nach den einschlägigen Vorschriften sind Fälle höherer Gewalt oder außergewöhnliche Umstände der zuständigen Behörde in der Regel innerhalb von zehn Arbeitstagen nach dem Zeitpunkt, ab dem der Begünstigte oder der Anspruchsberechtigte hierzu in der Lage ist, mit den notwendigen Nachweisen schriftlich mitzuteilen.
Es ist darüber hinaus zu empfehlen, die Bewilligungsbescheide daraufhin durchzusehen, ob sie zu dieser Frage eine abweichende Regelung enthalten. Im Zweifel stehen die Bewilligungsstellen für Rückfragen zur Verfügung.
 
Sachsenforst

Auch interessant

von